Sonntag, 19.01.2020

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Noch ein fettes Jahr: Der Landkreis hat Geld

Finanzstarke Kommunen sorgen für Platz 1 in Mittelfranken. - 11.12.2019 18:05 Uhr

Die Sanierung des Gymnasiums Stein ist aktuell eine der teuersten Hochbaumaßnahmen im Landkreis Fürth. Allein 2020 ist dafür eine Million Euro eingeplant. © Archivfoto: Hans-Joachim Winckler


Alle 14 Gemeinden haben eine höhere Umlagekraft und das macht den Landkreis überdurchschnittlich in Bayern und katapultiert ihn auf Platz 1 in Mittelfranken. Kohler nannte die Entwicklung "beeindruckend".

Berechnungsgrundlage der Umlagekraft sind die Anteile der Kommunen an Steuern und die Schlüsselzuweisungen. Zwischen Ammerndorf und Zirndorf verzeichnen alle ein Plus: Am stärksten ist Tuchenbach mit einer Steigerung von fast 89 Prozent, gefolgt von Zirndorf (21 Prozent) und Stein (16 Prozent). Schlusslichter, aber immer noch im Plus in diesem Ranking sind Ammerndorf, Cadolzburg und Roßtal.

Am deutlichsten gestiegen ist die Gewerbesteuer, fast 34 Millionen Euro werden 2020 erwartet. Die 30-prozentige Steigerung ist allerdings primär auf eine Änderung im Steuerrecht zurückzuführen. Es fallen nämlich die Abgaben für den Solidarpakt weg, so dass die zu versteuernden Summen entsprechend höher sind.

Aber auch die Beteiligung an der Einkommensteuer der Bürger fällt mit über 72 Millionen Euro für die Gemeindekassen höher aus: ein Plus von 4,7 Prozent.

Was für die Einnahmeseite des Landkreises noch fehlt, ist die Höhe der Schlüsselzuweisungen, also die Zuschüsse des Freistaates. 2020 ist mit einem Rückgang zu rechnen, da die Landkreiskommunen selbst hervorragende Zahlen vorweisen können, benötigen sie auch weniger Unterstützung.

Ebenso noch offen ist, welche Abgaben der Landkreis an den Bezirk leisten muss. "Wir gehen davon aus, dass die Bezirksumlage nicht steigt", sagt Landrat Matthias Dießl nach Gesprächen in Ansbach.

Aktuell liegt der Hebesatz bei 23,5 Prozent. Damit würden aus dem Landkreis rund 33 Millionen Euro an den Bezirk für dessen Aufgaben fließen.

Rund 131 Millionen Euro stehen dem Landkreis für seine Ausgaben zur Verfügung. Größter Posten sind die so genannten zentralen Finanzdienstleistungen, darunter sind alle Abgaben summiert, die der Landkreis selbst leisten muss: Bezirksumlage oder Krankenhausumlage machen 34 Millionen Euro aus.

Ein großer Brocken sind alljährlich die Aufwendungen für Soziales und Jugend: Sie liegen im nächsten Jahr bei fast 34 Millionen Euro. Nahezu 21 Millionen Euro kosten die sechs Schulen des Kreises.

Von Jahr zu Jahr investiert der Landkreis mehr in den öffentlichen Nahverkehr. Eingeplant sind 5,52 Millionen Euro, dem stehen 2,03 Millionen Euro an Einnahmen gegenüber. Durch den bereits beschlossenen weiteren Ausbau des Busnetzes werden die Ausgaben in kommenden Jahren steigen, bis 2023 auf 7,62 Millionen Euro.

Für Bürger am deutlichsten sichtbar, wohin ihr Steuergeld fließt, ist bei Baumaßnahmen. So wird für die insgesamt 18,4 Millionen Euro teure Sanierung des Gymnasiums Stein im nächsten Jahr eine Million Euro fällig.

9,3 Millionen Euro investiert der Landkreis bis zum Jahr 2023 in sein Straßennetz. Eine der teuersten Maßnahmen ist 2020 der Ausbau der Ortsdurchfahrt Weitersdorf mit 1,85 Millionen Euro.

Mehr als eine Million Euro soll für Radwege ausgegeben werden, darunter der zweite Bauabschnitt Sichersdorf–Großweismanndorf mit fast 740 000 Euro.

Investiert wird außerdem für Verbesserungen im Wertstoffhof Rangau, Kosten 2020: 1,5 Millionen Euro.

Trotz der millionenschweren Aufgaben, neue Schulden muss der Landkreis nicht machen. Zum Jahresende liegen sie bei 2,54 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 21,64 Euro pro Einwohner entspricht. Im Vorjahr waren es ebenfalls schon niedrige 29 Euro.

 

Beate Dietz

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