Noch ist es dem Spargel zu kalt

13.4.2012, 19:00 Uhr
Spargelkönigin im Blitzlichtgewitter: Theresa I. sticht schon die ersten Stangen auf dem Acker der Familie Gugel aus Zirndorf/Wintersdorf. Unterstützung bekommt sie dabei von Politikern und Verbandsmitgliedern.

Spargelkönigin im Blitzlichtgewitter: Theresa I. sticht schon die ersten Stangen auf dem Acker der Familie Gugel aus Zirndorf/Wintersdorf. Unterstützung bekommt sie dabei von Politikern und Verbandsmitgliedern. © Thomas Scherer

Dunkle Wolken und ein schneidender Wind lockten das begehrte Gemüse nur zögerlich aus dem immer noch etwas zu kalten Sandboden. Zwar sorgt eine schwarze Folienabdeckung für zusätzliche Wärme, doch müssen in zwanzig bis dreißig Zentimeter Tiefe mindestens zwölf Grad Celsius herrschen, um das Austreiben anzuregen, erklärt Hans Höfler, Vorsitzender des Spargel-Erzeugerverbandes Franken. Doch für das zarte Gemüse scheuen viele Bauern keinen Aufwand. Schließlich ist der Spargelanbau extrem wichtig für die Region, wie Kreisobmann Siegfried Tiefel weiß: Der Verkaufserlös in der relativ kurzen Saison gehe alleine im hiesigen Raum in den Millionenbereich und stelle für viele Erzeuger eine überlebenswichtige Einnahmequelle dar.

Das ist auch der erst 19-jährigen Spargelkönigin Theresa Sterk bewusst. Die gelernte Landwirtin, die selbst aus einem Spargelerzeugerbetrieb in Großlangheim im Landkreis Kitzingen stammt, wird während ihrer Regentschaft mehr als 400 Termine im In- und Ausland wahrnehmen. Wer auf die weißen Stangen steht, tut auch gleich seiner Gesundheit etwas Gutes, so Horst Krehn, leitender Landwirtschaftsdirektor des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Fürth. In den leicht verderblichen Stangen seien Vitamin A, B und C, Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium oder Phosphor, ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Letzteren wird eine umfassende Prävention gegen allerlei Krankheiten nachgesagt.

Seit Jahrhunderten schon ist der Spargelanbau im Rangau und im Knoblauchsland stark vom Wetter abhängig. Zwar erleichtern Folienabdeckungen und zusätzliche Tunnel inzwischen das Wachstum der mehrjährigen Stöcke, weitaus schwieriger zu kontrollieren seien allerdings Bodenfeuchtigkeit und Nährstoffversorgung der Pflanzen, erklärt Hans Höfler.

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