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Oberasbach: Das Müllhäuschen stinkt den Stadträten

Für Radler sollen die Verkehrsexperten im Alt-Ort eine Lösung finden - 16.01.2021 13:00 Uhr

Radlern, die vom Schotterweg in die Albrecht-Dürer-Straße abbiegen wollen, nimmt das Müllhäuschen nach links die Sicht.

15.01.2021 © Harald Ehm


Genau da, wo es jetzt steht, dürfte es eigentlich nicht sein, platziert sein sollte es näher an den Gebäuden. So war es ursprünglich geplant.

Doch der Bauträger sah plötzlich Probleme – zu wenig Licht für die Wohnungen im Erdgeschoss, dazu noch eine mögliche Geruchsbelästigung – und suchte deshalb den Dialog mit der Stadt. Nach einem Gespräch mit der Verwaltung landete der Kubus schließlich am jetzigen Standort.

Kräftige Schelte

Schriftlich dokumentiert ist aber nichts, weshalb das Bauamt in der jüngsten Sitzung des zuständigen Ausschusses erneut kräftig gescholten wurde. Insbesondere von CSU-Fraktionssprecher Jürgen Schwarz-Boeck – und zwar so heftig, dass Bürgermeisterin Birgit Huber sich genötigt sah, der Verwaltung beizuspringen und sie gegen die Angriffe ihres Parteifreundes "in Schutz zu nehmen".

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Warum dem einen oder anderen Kommunalpolitiker bei dem Thema der Kamm schwillt, liegt auf der Hand: Vor ziemlich genau acht Jahren hatte der Stadtrat den von den Bürgern mitgestalteten Rahmenplan beschlossen. Dieser legt fest, wie sich der Altort entwickeln kann, ohne dass der dörfliche Charakter verloren geht.

Befreiungen sind heikel

Von viel Grün ist unter anderem die Rede. Verwaltung und Stadtrat müssen sich bei Bauleitplanungen und Beschlüssen an den im Plan formulierten Zielen orientieren. Befreiungen von Festlegungen in einem erst wenige Jahre alten Bebauungsplan sind heikel – Bürger oder andere Bauträger könnten sich darauf berufen.

Außerdem sorgt die stattliche Abfallsammelbox gleich für mehrere Probleme: Radfahrern, die von dem am Werner-Gelände entlangführenden Schotterweg auf die Albrecht-Dürer-Straße möchten, nimmt es auf der linken Seite die Sicht. Das beklagten Stadträte.

Kein Platz für die Begrünung?

Die an dieser Stelle vorgesehene Ortsrandbegrünung ist wegen Platzmangels gefährdet. Außerdem ist das Häuschen auch noch aus dem Baufenster herausgerückt.

Nach erneuten Gesprächen mit Stadträten und Vertretern des Bauträgers sollte unter anderem der Fußweg zu den Häusern von den Gebäuden abgerückt und zum Teil gepflastert werden, um so Raum für einen Baum zu schaffen. Auch eine Absperrung bzw. Schranke zum Schutz der Radfahrer forderte die Stadt. Dafür erteilte der Bauausschuss im Oktober vergangenen Jahres eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans. Das heißt, das Müllhäuschen kann bleiben, wo es jetzt steht.

Polizei hat Bedenken

Aber: Sperrpfosten, versetzte Barrieren oder eine Schranke auf von Radlern benutzten Wegen – das kam bei Vertretern des Landratsamtes und der Polizei bereits bei der Verkehrsschau 2017 nicht gut an. Das Bauamt befürchtet außerdem Probleme mit Blick auf die Landwirte, die den Weg zu den Äckern als Zufahrt nutzen. Gleiches gilt für den Bauhof, wenn Pflegemaßnahmen am Regenüberlaufbecken fällig werden.

Der Beschluss vom Oktober sollte deshalb nun in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung "aus Sicherheitsgründen" geändert werden. Dazu sah sich die Mehrheit des Ausschusses jedoch nicht in der Lage. Erst nach einer "Verkehrsbegutachtung" wollen sich die Politiker wieder mit der Thematik befassen. Die dürfte wegen Corona aber auf sich warten lassen. Vor März/April rechnet das Bauamt nicht mit einem Termin.

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