Mittwoch, 01.04.2020

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Oberasbach: Politische Unterschiede im Detail

Die Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten offenbart viele Gemeinsamkeiten - 08.03.2020 12:00 Uhr

In voll besetzter Halle stellten sich die Oberasbacher Bürgermeisterkandidaten (v. li.) Thomas Peter (FDP), Felix Kißlinger (FW), Marie Schöttner (Linke), Birgit Huber (CSU), Peter Heinl (SPD) und Claus Fesel (Grüne) den Fragen der Bürger. © Foto: Peter Romir


Neben der seit 2008 amtierenden Bürgermeisterin Birgit Huber (CSU) sind das die langjährigen Stadträte Felix Kißlinger (Freie Wähler), Peter Heinl (SPD) und Thomas Peter (FDP). Frischen Wind ins Gremium bringen wollen die Neulinge Claus Fesel von den Grünen und Linken-Kandidatin Marie Schöttner.

 

Belebung der Ortsmitte

 

Sie alle lud der Bürger-Info-Treff ein, um den Oberasbachern Rede und Antwort zu stehen. Dabei waren einige der vorbereiteten Fragen durchaus suggestiv: "Wie wichtig ist für sie das sehr bewährte Quartiersmanagement?" Klar, dass es auf solche Fragen nur positive Antworten gab. Doch auch sonst lagen die Meinungen der Kandidatinnen und Kandidaten oft erstaunlich nah beieinander: Alle sind für eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, für eine Belebung der Ortsmitte und für bezahlbaren Wohnraum. "Eigentlich könnten sie alle zusammen ein gemeinsames Wahlprogramm herausgeben", witzelte Moderatorin Karin Tonesz.

Die Unterschiede liegen denn auch im Detail. So will sich die 24-jährige Marie Schöttner stark für die Bedürfnisse der Jugend einsetzen – etwa für Plätze, an denen man sich ohne Konsumzwang aufhalten kann, während Felix Kißlinger die Demokratie durch mehr Bürgerbeteiligung stärken will. Thomas Peter wirbt mit seinem Politikstil für die Macht der Kompromisse, während Claus Fesel stärker führen möchte.

Peter Heinl wiederum zeigte sich kampfeslustig und teilte im Lauf des Abends munter gegen alle aus ("Ihr schreibt doch nur von uns ab"), während Huber ein eher bedächtiges "Weiter so" vertrat.

Den Bürgern lag vor allem das Thema Mehrgenerationen-Haus am Herzen: Franz X. Forman, FW-Stadtrat und im Diakonieverein engagiert, schilderte, warum das geplante Projekt gescheitert war. Alle sechs Bewerber lobten die grundlegende Idee des Mehrgenerationen-Wohnens, sahen aber auch die gleiche Schwierigkeit bei der Umsetzung: Es fehlt der Stadt aktuell schlicht an geeigneten Bauflächen.

Auch die Verkehrssituation wurde intensiv diskutiert, wobei Peter die Idee eines kostenlosen Ringbusses ins Gespräch brachte. Ein weiterer Schwerpunkt war die Zukunft des Hölzleshoffelds. Seit Jahren ringen die Anwohner hier mit der Stadt darum, wie sich ihr Wohnquartier in Unterasbach entwickeln soll. Hier sprach sich Heinl dafür aus, möglichst schnell Bebauungs-Pläne zu erstellen, um die Probleme zu lösen.

Peter Romir

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