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Oberasbach: Teurer Fehlstart für die Sporthalle

Günstige Preise? Schon die erste Ausschreibung signalisiert eine andere Tendenz - 04.04.2021 21:00 Uhr

Die Bäume sind schon gefällt, auf dem alten D–Platz grünt der Rasen: Voraussichtlich ab 22. April soll es hier mit Baustelle für die Dreifachhalle losgehen.

01.04.2021 © Foto: Thomas Scherer


Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste, das gilt auch bei großen Bauvorhaben. So hatte das Nürnberger Büro BSS Architekten für die neue Sporthalle – deren geschätzte Kosten liegen ohne Nebengeräusche wie dem Ausbau der Jahnstraße, den Wegen auf dem Gelände und der Entwässerung bei rund 13 Millionen Euro – bereits einen Puffer für mögliche Preissteigerungen eingebaut. 572.000 Euro waren das. Doch diese Summe ist bereits jetzt aufgezehrt, nachdem klar ist, was für die sogenannten "Baumeisterarbeiten", darunter fällt im wesentlichen der Rohbau, fällig wird.


Oberasbach: Die Sporthalle kommt


Den Zuschlag erhielt die Cadolzburger Firma FB Hoch- und Tiefbau. Sie will das Gewerk für 3,47 Millionen Euro übernehmen – das sind rund 626.000 Euro mehr als die Kostenberechnung von BSS-Architekten für diesen Posten vorsah.

"Deutlich" sei die Überschreitung, wie Daniel Morawietz vom Bauamt vor den Stadträten anmerkte. Dabei hatte man sich im Rathaus gerade von der Ausschreibung in den Wintermonaten günstigere Ergebnisse versprochen. Doch weit gefehlt.

Ein wenig ratlos wirkten auch die Fachleute: Für Thomas Hanna und Rainer Stöcker, die beiden Vertreter von BSS, war jedenfalls nicht zu erkennen, "woher die Preise kommen". Aber klar ist: Die Auftragsbücher der Baufirmen scheinen, Corona zum Trotz, weiter gut gefüllt zu sein. Außerdem fordert auch die seit diesem Jahr erhobene CO2-Steuer ihren Tribut. Für Stöcker ändert das aber dennoch nichts an der Tatsache, dass die aufgerufenen Summen "eine ganze Hausnummer zu hoch sind".

Auswahl wäre am besten

Beim genauen Studium der Angebote, die sich aus verschiedenen Segmenten zusammensetzen, ist den beiden Experten jedoch aufgefallen: Hätte man sich bei jeder Firma den günstigsten Teilpreis herausziehen können, wäre das Gewerk im vorgesehenen Rahmen geblieben.

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Zehn Betriebe hatten die Ausschreibungsunterlagen angefordert, davon aber nur fünf ein Angebot abgegeben. Und: "Leistungsstarke, große Firmen", so Stöcker, hätten sich nicht darunter befunden. Das sei "ein bissl komisch". Das Büro sucht nun nach Einsparmöglichkeiten.

Betonieren vor Ort?

Auch mit der Cadolzburger FB ist man im Gespräch, dabei geht es um die Unterkonstruktion der Sitzgelegenheiten für die Zuschauer-Tribünen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird das Ganze vor Ort betoniert oder es kommen Fertigteile zum Einsatz. Große Unternehmen stellen diese selbst her. FB kann das aber nicht und muss sie deshalb von einer anderen Firma beziehen. Nun soll geklärt werden, ob doch vor Ort betoniert wird, und damit die Summe insgesamt sinken könnte.

Weitere Sparvorschläge der Architekten: Auf die Wärmepumpe zu verzichten. Doch das fiel im Stadtrat durch. Denn auf diese Art der Heizung hatten sich die Politiker seinerzeit erst nach langwierigen Diskussionen mit Blick auf den Klimaschutz geeinigt.

Das begrünte Dach bleibt

Das begrünte Dach wird ebenfalls nicht geopfert, obwohl eine Photovoltaik-Anlage die Fläche bedeckt. Sie erzielt dadurch jedoch einen höheren Wirkungsgrad, erläuterte Morawietz, denn nach Regenfällen speichert das Grün das Wasser und kühlt so die PV-Panels.

Los geht es auf dem Gelände voraussichtlich am 22. April. Dann wird die Firma die Baustelle einrichten und unter anderem ihre Geräte und Maschinen an Ort und Stelle bringen.

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