Oberasbacher Sporthallenbau als Solo-Kraftakt

17.1.2021, 21:00 Uhr
Nicht nur Handball ist manchmal ein Kraftakt, wie Felix Marx (Mitte) vom TSV Altenberg hier im Spiel gegen den SC Schwabach 04 II beweist. Beim Bau der neuen Dreifachhalle langt auch die Stadt Oberasbach mächtig hin, sie verzichtet auf Fördermittel.

Nicht nur Handball ist manchmal ein Kraftakt, wie Felix Marx (Mitte) vom TSV Altenberg hier im Spiel gegen den SC Schwabach 04 II beweist. Beim Bau der neuen Dreifachhalle langt auch die Stadt Oberasbach mächtig hin, sie verzichtet auf Fördermittel. © Foto: Oliver Gold/Sportfoto Zink

Die Stadt hat gewaltige Pflichtaufgaben vor der Brust, darauf verwies Felix Kißlinger (Freie Wähler). "Da brauchen wir jeden Euro und können Fördergeld nicht liegen lassen." Der Sprecher der FW hatte insbesondere das Schulzentrum in Kreutles im Blick. Die Gebäude von Grund- und Mittelschule müssen inklusive der vorhandenen Turnhalle, wie mehrfach berichtet, entweder generalsaniert oder neu gebaut werden.

Kißlinger forderte nun ein Gesamtkonzept, das die Schulen und die Dreifachhalle umfasst. Heißt die Regierung von Mittelfranken das gut, dann könnten, das ist ebenfalls seit der HVA-Sitzung bekannt, für die Sportstätte – sehr grob geschätzt – 2,6 Millionen Euro vom Freistaat Bayern fließen. Vorher müsste die Bauverwaltung aber das Papier erstellen. Kißlinger empfahl deshalb, den Bau der Dreifachhalle um ein Jahr zu verschieben.


Oberasbach: Die Sporthalle kommt


Unterstützung fand der Vorstoß auch bei Andreas Fleischmann (Grüne). Er traue es der Verwaltung zu, die Aufgabe im besagten Zeitraum zu stemmen. Sein Fraktionskollege Norbert Schikora bezweifelte dagegen genau das. Ein komplexes Schulkonzept und die dafür notwendige Genehmigung – zwei bis drei Jahre veranschlagte der Zweite Bürgermeister dafür. Entscheide man sich so, "heißt das im Klartext: Die Halle kommt nicht mehr".

Freie Wähler rudern zurück

Jürgen Schwarz-Boeck (CSU) urteilte ähnlich. In dieser Zeit würden der Stadt außerdem die Baukosten "aus dem Ruder laufen". Er witterte hinter dem Vorhaben der FW deshalb "indirekt den Todesstoß" für die Turnhalle. Kißlinger ruderte angesichts der Vorwürfe zurück und beteuerte: Die FW stünden zu dem Grundsatzbeschluss, dass "die Halle kommt". Seitens der Bürgerinitiative Oberasbach riet Stephan Zeilinger "zu mehr Mut, um die Dinge nicht zu zerreden, sondern anzupacken".

Eine andere Geldquelle, auch das steht seit der jüngsten Stadtratssitzung nun fest, wird ebenfalls nicht sprudeln: Wäre einer der Sportvereine aus Oberasbach bereit, als Bauherr der Dreifachhalle aufzutreten, gäbe es Zuschüsse und günstige Darlehen obendrauf. Aber im Rathaus weiß man: "Die Bereitschaft dazu war in der Vergangenheit nicht zu erkennen." Auch bei dieser Variante hätte sich der Baubeginn im Übrigen auf 2022 verschoben. Bei vier Gegenstimmen entschied der Stadtrat letztlich, auf Fördermittel zu verzichten. Und mit den gleichen Mehrheitsverhältnissen beschloss das Gremium, beim Finanzamt die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs prüfen zu lassen.

Stadt als Unternehmerin

Wichtig ist das, wenn die Vereine künftig für die Nutzung städtischer Hallen mit Gebühren zur Kasse gebeten werden. Als Unternehmerin wäre die Kommune dann "vorsteuerabzugsberechtigt" und könnte sich die beim Bau der Halle anfallende Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückerstatten lassen.

Bürgermeisterin Birgit Huber (CSU), die im November vergangenen Jahres selbst noch davon gesprochen hatte, dass es wichtig sei, "Fördergelder abzugreifen", wollte, dass sich der gesamte Stadtrat "bei einem 13-Millionen-Projekt in diesen Zeiten" noch einmal mit dem wichtigen Thema möglicher Zuschüsse befasst. Das sagte sie auf FN-Anfrage. Jetzt sollte der Dreifachhalle aber endgültig nichts mehr im Wege stehen. Die Ausschreibungen für den Bau laufen jedenfalls bereits.

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