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Oberfürberg-Nord: Lärmschutzwall wäre optisch eine Zumutung

Stadtrat zieht am Mittwoch Schlussstrich unter das Vorhaben - 21.04.2015 16:00 Uhr

"Jahrzehnte wird hier dann nichts mehr passieren": Die Stadt verabschiedet sich vom Baugebiet Oberfürberg-Nord. © Hans-Joachim Winckler


Zur Wende in der Entwicklung von Oberfürberg-Nord haben laut Baureferent Joachim Krauße strengere Lärmschutz-Bestimmungen für Wohnungen an Bahnlinien geführt. Wie Stadtplanungsamtschef Dietmar Most auf Anfrage der Fürther Nachrichten erläutert, waren diese nur teilweise vorhersehbar. Im Visier habe man nur den Wegfall des sogenannten Schienenbonus von fünf Dezibel für den Schallschutz von Wohnungen an Gleiskörpern gehabt. „Diese Verschärfung hätten wir mit besserem Schallschutz noch in den Griff bekommen können“, sagt Most. „Nicht jedoch die Anforderung eines um zwölf Dezibel höheren Schallschutzes an ungedämmten Bahnbrücken.“

Erst am 23. Dezember habe man von der zum Jahresanfang in Kraft getretenen Änderung erfahren. Der ohnehin schon gewaltige Lärmschutzwall entlang der B8 hätte zum Abschirmen der Geräusche von der 300 Meter weit entfernten „Donnerbrücke“ über den Main-Donau-Kanal so sehr erhöht werden müssen, dass es sich nicht mehr gerechnet hätte und optisch eine Zumutung gewesen wäre.

Andere Voraussetzungen gibt es laut Most für die Gebäude im Grundigpark an der ebenfalls ungedämmten Kanalbrücke der Rangaubahn. Weil hier bereits Baurecht bestehe, sei kein höherer Lärmschutz erforderlich.

Das Bebauungsplanverfahren im Norden Oberfürbergs soll hingegen nun eingestellt werden, ebenso die Änderung des Flächennutzungsplanes. Die Nutzung der Grundstücke bliebe danach unverändert landwirtschaftlich geprägt. Der Leiter des Stadtplanungsamtes ist sich sicher: „Jahrzehnte wird hier dann nichts mehr passieren.“ Erst wenn die Bahn einmal ihre Donnerbrücke lärmsaniert, könnten künftige Generationen wieder an eine Bebauung denken. 

Volker Dittmar

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