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Oberleitungsschaden bei Fürth: Störung noch bis Sonntag

Reparatur ist offenbar deutlich aufwendiger als zunächst gedacht - 09.12.2016 08:00 Uhr

Ein Oberleitungsschaden sorgte mehrere Tage für Ausfälle und Verzögerungen im Bahnverkehr zwischen Nürnberg und Fürth. © ToMa


+++ Am Mittwochnachmittag kam es zu einem Kurzsschluss und einem Oberleitungsschaden zwischen Nürnberg und Fürth. Zwei Regionalzüge mussten evakuiert werden.

+++ Am Donnerstagnachmittag gab die Bahn in einer Pressemitteilung bekannt, dass die Störung zwischen Nürnberg und Fürth wohl erst am Sonntag behoben sein wird.

+++ Zwischen Nürnberg und Fürth kommt es zu Ausfällen und Verzögerungen. Auch auf anderen Strecken kommt es zu erheblichen Verspätungen. Zwischen Nürnberg und Fürth verkehrt zusätzlich zur U-Bahn ein Schienenersatzverkehr mit Bus. Die Abfahrtszeiten sind jeweils zur vollen Stunde in Nürnberg Hauptbahnhof (Südausgang) und Fürth (Bahnhofsvorplatz).
 

Ursache ist noch unbekannt

Die Bahnkunden zwischen Nürnberg und Fürth müssen sich auf eine längere Beeinträchtigung des Zugverkehrs einstellen. Die Reparaturarbeiten werden wohl noch bis Sonntagvormittag dauern, wie die Bahn in einer Pressemitteilung schreibt. Zwar wurde inzwischen die Oberleitung erneuert. Die Signal- und Zugsicherungstechnik jedoch steht nach dem Kurzschluss am Mittwochnachmittag im kompletten Bereich zwischen den beiden Großstädten noch nicht zur Verfügung.

Gegen 15.10 Uhr hatte ein Lokführer am Mittwoch etwa einen Kilometer vor dem Fürther Hauptbahnhof einen plötzlichen Spannungsabfall bemerkt und eine Schnellbremsung eingeleitet. Grund war laut Escher ein Kurzschluss zwischen zwei Spannungsabschnitten der Fahrleitung, die daraufhin durchschmorte und herunterfiel. Die Ursache hierfür ist aber noch unbekannt.

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Ein Oberleitungsschaden sorgte Mittwochnachmittag für Ausfälle und Verzögerungen im Bahnverkehr zwischen Nürnberg und Fürth.


In jedem Fall entlud sich die 15000-Volt-Spannung aus dem Fahrdraht in einem Lichtbogen, der direkt in einen Kabeltrog überschlug, der neben der Strecke läuft und mit Steinplatten abgedeckt ist. Dort habe eine regelrechte "Explosion" stattgefunden, die Kabel verbrannten sofort. Zwei Regionalzüge, einer mit 200 Personen besetzt, standen auf offener Strecke und wurden von der Feuerwehr mit Unterstützung von Helfern evakuiert.

Nun müssen auf 800 Metern Länge über 300 Kabeladern einzeln durchgemessen werden, die Verbindung zu dem elektronischen und dem Relais-Stellwerk in Fürth sind unterbrochen. Auch die Stellwerke müssen überprüft werden. Zudem musste die Oberleitung instand gesetzt und auf einem Kilometer Länge wieder in die richtige Position gebracht werden.  Momentan seien alle verfügbaren Kräfte in durchgehenden Schichten mit Reparaturarbeiten beschäftigt, so Escher. Die Ursachenforschung habe erst danach Priorität.

Alle aktuellen Informationen finden Sie in unserem Streckenticker.

Es wird nach Auskunft von Hilmar Laug, technischer Geschäftsleiter von DB Regio Franken, daran gearbeitet, wieder ein S-Bahn-Pendelverkehr auf den vier Gleisen zwischen Nürnberg und Fürth fahren zu lassen. Mehr als ein Zug pro Stunde und Richtung wird aber wohl nicht fahren können. Weil die Signal- und Sicherheitstechnik nicht zur Verfügung steht, dürfen die Lokführer maximal auf Tempo 50 beschleunigen und müssen "auf Sicht" fahren. Über den Zeitpunkt und die Abfahrtsminuten an den Startbahnhöfen konnte die Bahn keine Aussage machen.

Bundesweite Auswirkungen

Auch der ICE-Verkehr von Nord nach Süd wird aus diesem Grund weiterhin nur mit erheblichen Verspätungen und bundesweiten Auswirkungen unterwegs sein. Die Linie Hamburg-München wird komplett über Ansbach und Treuchtlingen umgeleitet. Anschluss an Nürnberg besteht nur über Regionalzüge beziehungsweise mit dem ICE über Würzburg.

Hier finden Sie alle Informationen zu aktuellen Bahnstörungen.

Der Bahnsprecher für Bayern, Franz Lindemair, entschuldigte sich im Namen des Konzerns für die Unannehmlichkeiten. "Mechanisch" handele es sich nicht um einen großen Schaden, meinte Hilmar Laug. Die Ausmaße seien jedoch leider erheblich. "So etwas habe ich in 40 Berufsjahren noch nicht erlebt", so Laug.

Bei einem Oberleitungsschaden kam es bereits nahe Erlangen zu einem Chaos bei der Bahn in der Region. Der Regionalverkehr zwischen Nürnberg und Forchheim musste für mehrere Stunden komplett eingestellt werden. Zwei Züge mit insgesamt etwa 300 Reisenden mussten zudem evakuiert werden.

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Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Arno Stoffels/gwen/bb/cu/loc E-Mail

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