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Obermichelbach: Wer wird Bürgermeister?

FW und CSU wollen beide den Chefposten - 06.03.2020 12:58 Uhr

Bernd Zimmermann geht für die CSU ins Rennen. © Foto: Freie Wähler


Ulla Schwarte will für die Freien Wähler den Chefsessel erobern. © Foto: Freie Wähler


Zwei Kandidaten buhlen in Obermichelbach um die Gunst der Wähler: Bernd Zimmermann (CSU) und Ulla Schwarte (Freie Wähler). Letztere will den Bürgermeisterposten für ihre Gruppierung verteidigen, während Zimmermann einen erneuten Anlauf nimmt, den Freien Wählern das Amt abzujagen. 2014 hatte sich Herbert Jäger (FW) klar durchgesetzt, der nun nicht noch einmal antritt.

Damals hatte der Rathauschef sein Amt überraschend deutlich mit 59,95 Prozent der Stimmen gegen den CSU-Herausforderer Zimmermann verteidigen können. Unterstützt worden war er von der SPD und den Grünen, die auf eigene Kandidaten verzichtet und die Wiederwahl des Amtsinhabers empfohlen hatten.

Als einzige Partei hatten die FW ihren Stimmenanteil im Jahr 2014 nennenswert steigern können – um 5,13 auf 32,12 Prozent. Der Zuwachs mündete in ein zusätzliches Mandat, so dass die Fraktion mit fünf statt bisher vier Sitzen im Gemeinderat vertreten war.

"Heimat mit Zukunft" lautet einer der Slogans, mit denen Bernd Zimmermann während des Wahlkampfs auf sich aufmerksam macht. Der 52-Jährige arbeitet als Messtechniker bei der Firma RUAG Ammotec in Fürth-Stadeln und sitzt für seine Fraktion seit 2002 im Gemeinderat. In den ersten sechs Jahren übte er zusätzlich das Amt des Vize-Bürgermeisters aus. Fraktionssprecher seiner Partei ist er seit 2011, außerdem sitzt er im Kreistag.

Seine Pläne für die Weiterentwicklung der Gemeinde sind vielfältig und reichen von der Belebung der Gastronomie im Ortskern, dem Ausweisen neuer Gewerbeflächen und der Schaffung bezahlbaren Wohnraums über die Stärkung des Vereinslebens bis hin zur Einführung einer Bürgermeister-Sprechstunde. Auch das Thema Umwelt will Zimmermann verstärkt in den Fokus rücken, genauso wie ein wirtschaftlich effizientes Gesamtkonzept für die Infrastruktur. Sein Ziel: Die Gemeinde weiter zu entwickeln, ohne ihren Charakter zu nehmen.

Mit der 54-jährigen Schwarte steht Zimmermann eine ernst zu nehmende Konkurrentin gegenüber. Sie sitzt seit 2014 im Gemeinderat und ist vor zwei Jahren zur Fraktionssprecherin der FW ernannt worden. Hinter ihrer Kandidatur stehen nicht nur die eigenen Parteigenossen. Unterstützt wird sie auch von der Obermichelbacher SPD, die keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt.

Beruflich ist Schwarte als Pfarrsekretärin für die Kirchengemeinde Obermichelbach und Veitsbronn im Dienst der Evangelischen Landeskirche Bayern tätig. Schwarte ist bereit und motiviert, die erste Bürgermeisterin in Obermichelbach zu werden. Sie legt viel Wert darauf, frei von Parteizwängen zu entscheiden und möchte gemeinsam mit allen Fraktionen konstruktiv an Lösungen arbeiten.

Ihre Ziele: genügend Wohnraum für die nächste Generation zu schaffen, genauso wie Betreutes Wohnen mit Tagespflege für die Senioren sowie ein Dorfladen. Eine ansprechend gestaltete Dorfmitte mit fränkischem Gasthaus mit Übernachtungsmöglichkeiten und angeschlossener kleiner Brauerei liegt ihr genauso am Herzen wie der Ausbau von Naherholungsmöglichkeiten sowie digitalisierte Bürgerangebote.

Nina Daebel

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