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Montag, 22.04.2019

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Ökologische Verkehrswende: Fürth will Vorreiter sein

infra baut Netz der Stromtankstellen aus und schafft zweiten Elektrobus an - 12.01.2019 16:00 Uhr

Ein Elektrobus ist inzwischen in Fürth im Einsatz. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Anfänge sind gemacht. Fünf der 60 infra-Busse sind Hybrid-Fahrzeuge, ein Bus fährt mit Strom und bekommt voraussichtlich Ende des Jahres Gesellschaft. Für rund 700.000 Euro schafft die infra einen zweiten Elektro-Bus an. Verkehrsbetriebschef Klaus Dieregsweiler zeigt sich zufrieden mit der neuen Technologie. Der erste E-Bus, der seit Frühjahr 2018 auf diversen Linien zum Einsatz kommt, ohne Abgase zu produzieren, sei bisher fast durchgängig einsatzbereit. Gemessen daran, dass es sich um ein junges Serienfahrzeug handelt, sei das bemerkenswert.


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Weil die infra "mittelfristig die Abkehr vom Verbrennungsmotor" plant, wäre man laut Dieregsweiler gern bei einem Förderprojekt des Bundesforschungsministeriums zum Zug gekommen. Bis 2021 hätte das eine Aufstockung der E-Flotte um sechs Busse bedeutet. Die hiesigen Verkehrsbetriebe gingen jedoch leer aus. Dieregsweiler hofft nun auf ein neues Förderangebot, spricht sich aber zugleich dafür aus, nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. "Wir sollten erst Erfahrungen sammeln und eine intelligente Ladeinfrastruktur auf dem Hof aufbauen, ehe wir eine ganze Flotte beschaffen."

Oberbürgermeister Thomas Jung hat soeben verkündet, Fürth wolle beim Thema Elektromobilität ähnlich wie bei der Produktion von Sonnenenergie Vorreiter sein. In der "Solarbundesliga" belegt die selbst ernannte Solarstadt seit Jahren vordere Plätze. Parallel zur Elektromobilität im Öffentlichen Personennahverkehr baut die infra das öffentliche Netz an Stromtankstellen in Fürth aus und schafft so für die Bürger Anreize, sich beim nächsten Autokauf für ein alternatives Modell zu entscheiden. Denn noch fahren nur wenige Fürther elektrisch von A nach B.

Nach Angaben aus dem Straßenverkehrsamt sind zurzeit 73.759 Fahrzeuge vom Pkw bis zum Lkw zugelassen. 600 davon werden allein mit Strom oder zusätzlich mit Benzin bzw. Diesel angetrieben. Im Detail: Registriert sind 139 Pkw, sieben Lkw und 17 Leichtfahrzeuge mit Elektromotor und 436 Pkw mit Hybridmotor (395: Elektro/Benzin, 41: Elektro/Diesel).

Wie Josef Pscheidt, Leiter des Bereichs Erzeugungsanlagen der infra, und sein Kollege Andreas Schuster, Leiter der Abteilung Technische Dienstleistungen, sagen, stehen für die genannten Fahrzeuge aktuell 15 öffentliche Ladesäulen sowie in Parkhäusern fünf öffentliche Wandladestationen zur Verfügung. Überall können zwei Autos angeschlossen werden. Und in Kürze erhöht sich die Zahl der Stromtankstellen. Noch im Lauf des ersten Quartals kommen eine erste Wallbox im Saturn-Parkhaus und eine zweite im Parkhaus des Klinikums hinzu. Außerdem errichtet die infra Ladesäulen in der Südstadt (Ullsteinstraße) und in der Oststadt (Dr.-Mack-Straße).

Carsharing soll ausgebaut werden

Die Verwaltung dürfte dem Stadtrat in Kürze diese und mehr Fakten zum Stand in Sachen klimafreundlicher Fortbewegung liefern. Die SPD-Mehrheitsfraktion hat per Antrag um Auskunft gebeten. Dabei wird es auch um die Pläne zum Ausbau von Carsharing gehen. Das Gesamtkonzept New Mobility, an dem die infra arbeitet, beinhaltet dieses Thema. Ob die infra bald als Carsharing-Anbieter auftritt? Oder sich einen gewerblichen Partner wie die Firma Scouter sucht, die schon in Fürth vertreten ist? Dieregsweiler hüllt sich vorerst in Schweigen. "Wir denken über neue Mobilitätsangebote nach", sagt er nur. Dabei spiele der Hauptbahnhof als zentraler Umsteigepunkt eine zentrale Rolle. 

Birgit Heidingsfelder

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