Höhepunkt überschritten

Omikron-Welle bricht: Fürths Inzidenz sinkt stetig

Claudia Ziob
Claudia Ziob

Lokalredaktion Fürth

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23.2.2022, 06:00 Uhr
In Kürze geht es los: Der Protein-Impfstoff von Novavax steht in Fürth zuerst Pflegepersonal zur Verfügung.

© Alastair Grant, dpa In Kürze geht es los: Der Protein-Impfstoff von Novavax steht in Fürth zuerst Pflegepersonal zur Verfügung.

Der Höhepunkt der Omikron-Welle ist offenbar überschritten: Seit Tagen sinkt auch in Fürth und im Landkreis die Inzidenz. In den ersten beiden Februarwochen waren die Infektionszahlen auf einem neuen Rekordniveau, die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Fürth in dieser Zeit anhaltend bei um die 2000. Der Spitzenwert wurde mit 2193,8 am 4. Februar erreicht, im Landkreis war er mit 1776,8 etwas niedriger. Inzwischen gehen die Zahlen langsam, aber stetig nach unten: Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die Inzidenz am Mittwoch für Fürth mit 1693,9 an, für den Kreis mit 1422,1.

Derzeit sind im Stadtgebiet immer noch 3443 Menschen positiv PCR-getestet, vor einer Woche waren es jedoch fast 5600. "In dieser Welle liegt das Schlimmste wohl hinter uns", sagte Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung jetzt bei seinem monatlichen Pressetermin zur Corona-Lage. Anders als in den vorherigen Wellen bedeuteten die hohen Inzidenzwerte nicht zugleich auch eine hohe Hospitalisierungsrate, die Lage im Klinikum sei stabil. Aus dem Krankenhaus werden kaum noch schwere Covid-Verläufe gemeldet. Es lockert deshalb an diesem Mittwoch das Besuchsverbot, das seit November galt. Zum Wochenanfang wurden hier noch 32 Corona-Patienten behandelt, zwei davon auf der Intensivstation.

Die hochansteckende Omikron-Variante sorgt allerdings weiterhin für viele Ausfälle beim Personal des Klinikums – und damit auf andere Art für eine Belastung der Beschäftigten. Personaluntergrenzen werden Jung zufolge auf einigen Normalstationen derzeit oft überschritten. So können manche Betten nicht belegt werden – oder nur, indem das Haus in Kauf nimmt, dass die Patienten von weniger Pflegekräften betreut werden als vorgesehen.

In anderen Bereichen der sogenannten kritischen Infrastruktur kam es nicht so heftig, wie befürchtet. Stromversorgung, Kläranlage, Feuerwehr, Polizei, Müllabfuhr, ÖPNV: "Alles funktioniert", sagt Jung. "Die Busse und U-Bahnen fahren", und das sei nicht überall so in Deutschland.

Omikron hat sich aus den Seniorenheimen nicht aussperren lassen: In Stadt und Landkreis gibt es nach Angaben des Gesundheitsamts momentan 229 positive Heimbewohnerinnen und -bewohner und 131 positive Beschäftigte, in der Regel aber keine schweren Verläufe.

Novavax: Zuerst fürs Personal

Ähnlich wie das Klinikum haben die Heime mit den Erkrankungen und quarantänebedingten Ausfällen beim Personal zu kämpfen. "Noch aber wird eine sehr gute Pflege gewährleistet", sagt der OB.

Er hofft wie viele Politiker, dass der neue Protein-Impfstoff des US-Herstellers Novavax nun noch einmal Schwung in die Impfkampagne bringt. Er gilt als Option für diejenigen, die den mRNA-Vakzinen skeptisch gegenüberstehen. In Fürth soll es in Kürze die ersten Impfungen mit Novavax geben: Zuerst kommen dabei Mitarbeitende aus Pflegeheimen und anderen Einrichtungen zum Zug, in denen ab Mitte März eigentlich die berufsbezogene Impfpflicht gelten sollte. Danach werden auch für andere Bürgerinnen und Bürger Novavax-Termine angeboten.

Beim Pressetermin wandte sich Jung mit einem Appell an alle Ungeimpften: "Denken’S noch mal nach, vielleicht ist Novavax ja eine Alternative. Vielleicht kann sich da der eine oder andere noch einen Ruck geben. Denn wir wollen ja alle nicht nur einen schönen Sommer haben, sondern auch einen schönen Herbst." Die Geimpften bat der Rathauschef, "wachsam" zu bleiben.

Jung rechnet damit, dass die Inzidenzwerte im März noch schneller sinken. Auch er freue sich auf die Lockerungen, die damit möglich werden.

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