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Oscar für sanierte Mühle in Ritzmannshof

Bayerischer Denkmalpflegepreis geht an das aufwändige Projekt in Fürths Nordwesten - 08.09.2010 12:50 Uhr

Gelungenes Projekt: Nachdem die historische Mühle jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben war, erstrahlt sie seit ihrer Sanierung in neuem Glanz.

© Scherer


Staatsminister Joachim Herrmann und Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau, übergaben die namhafte Auszeichnung im Neuen Schloss Schleißheim an den Bauherren, den selbst in dem Gebäude lebenden und arbeitenden Architekten Christofer Hornstein. Er war das Wagnis eingegangen, das historische Gemäuer aus dem Jahr 1650, das jahrzehntelang leerstand und verfallen war, zwischen 2004 und 2007 von Grund auf sensibel instand zu setzen. Der Preis wurde für das Engagement privater und öffentlicher Bauherren ausgelobt, die sich in vorbildlicher Weise für denkmalgeschützte Bauwerke in Bayern eingesetzt haben. Neben einer Plakette erhalten Gewinner ein Preisgeld in Höhe von je 5000 Euro.

In ihrer Begründung hob die Jury den großen Eifer Hornsteins und die Leistungen des mit der Tragwerksplanung beauftragten Bayreuther Ingenieurbüros Burges&Döring hervor, ohne das die Mühle im Dorf nordwestlich von Fürth verlorengegangen wäre. Die Lage des Gebäudes nahe einer Quelle, dazu ein hoher Grundwasserspiegel und Hochwasserzeiten, hatten eine Durchfeuchtung des Mauerwerks bewirkt. Auch die energetische Sanierung sei eine Herausforderung gewesen. Die „behutsam vorgenommenen Eingriffe“ hätten die Eigenheiten des Denkmals in vorbildlicher Weise erhalten.

Mehr als 60 Bewerbungen um den Preis hatte es gegeben. Dies verdeutliche „die Fülle baulicher Denkmäler in Bayern“, so Kammerpräsident Schroeter. Die Jury sei von der Qualität der eingereichten Projekte beeindruckt gewesen. In den beiden Kategorien private und öffentliche Bauherren wurden jeweils vier Preise vergeben.

Die Ritzmannshofer Mühle hatte erst 2009 beim Wettbewerb für erneuerbare Energien unter 700 Mitbewerbern den Innovationspreis in der Kategorie Biomasse gewonnen. Wichtigste Maßnahme bei der Sanierung war das Einziehen einer „Weißen Wanne“ aus wasserundurchlässigem Beton unter das gesamte Gebäude, um das Haus vor dem drückenden Wasser der Zenn, aber auch der nahegelegenen Quelle zu schützen.

Großen Wert legten die Sanierer auch auf die Energietechnik. Da es in Ritzmannshof kein Gas gibt und Wärmepumpen im Wasserschutzgebiet besonders aufwändige Auflagen erfüllen müssen, wählten sie als Energiequelle Holzpellets.

fn Lokalredaktion

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