Osmanische Kriegsflaggen in Fürth: Es bleibt bei Verbot

15.8.2017, 05:37 Uhr

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Zur Erinnerung: Beim Festzug 2016 hatten die Flaggen der Gruppe, die für den Auftritt aus Berlin angereist war, manche Zuschauer irritiert, denen die Ähnlichkeit zum Logo der türkischen Nationalisten-Partei MHP aufgefallen war. Das Symbol der MHP, politischer Arm der gewaltbereiten "Grauen Wölfe", sind drei weiße Halbmonde auf rotem Grund. Entnommen sind die drei Mondsicheln der Kriegsflagge des Osmanischen Reiches.

Die drei Monde waren auch auf den Fahnen der Kapelle zu sehen (mal auf rotem, mal auf grünem Grund). Das türkisch-islamische Kulturzentrum ditib in Fürth, Organisator des Beitrags, verteidigte sie jedoch als "historische Flaggen" und betonte: Sie hätten nichts mit der aktuellen Politik der Türkei zu tun, sondern sollten die Sultan-Ära vor Augen führen.

Protest kam von den Bürgern

Im Marktamt hörte man sich die Argumente an, teilte im Januar aber mit, das Mitführen der Flaggen zu untersagen. Verwundert nahmen Kritiker daher einen Bericht auf einer Internetseite zur Kenntnis, wonach die Stadt "Einsicht" gezeigt und das Verbot aufgehoben habe. Seriös wirkt die Seite nicht: Dort wird fälschlicherweise auch behauptet, Fürth habe das Verbot erlassen, weil sich die Rechtspopulisten von Pegida an den Flaggen gestört haben sollen. Der Protest aber kam von Bürgern, die sich gegen Rechts engagieren.

An der Haltung der Stadt habe sich nichts geändert, stellte nun Oberbürgermeister Thomas Jung auf FN-Nachfrage klar. Man werde die Flagge auch in Zukunft nicht akzeptieren, sollte eine Gruppe damit auftreten wollen. Die örtliche ditib-Gemeinde habe damit "nichts Böses gemeint", so Jung, das habe man schon vor längerer Zeit in Gesprächen geklärt. Wiederholen aber soll sich die Sache nicht.

Einig sei man sich auch, dass die Kapelle nicht mehr mitlaufen soll. Von einer "guten Lösung" spricht Jung. Eine Militärkapelle aus Berlin habe schließlich mit Fürth nichts zu tun. Ein Beitrag der örtlichen Türken generell aber sei nie unerwünscht gewesen, im Gegenteil. "Wir wollen uns einbringen und keinen Unmut erzeugen", betont auch ditib-Sprecher Aydin Kaval. Die "historische Flagge" habe unglücklicherweise die "Möglichkeit der Fehlinterpretation" zugelassen.


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