Freitag, 14.05.2021

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Paul-Metz-Halle: Saftige Mieterhöhung fällt durch

Antrag wurde im Stadtrat rundweg abgelehnt - 28.03.2021 12:00 Uhr

Ob für den städtischen Neujahrsempfang, als Tagungsort, Theaterbühne oder Ballsaal: Die Paul-Metz-Halle in Zirndorf ist – zumindest in normalen Zeiten – mit einer Belegung von 75 bis 80 Prozent gut ausgelastet.

26.03.2021 © Archivbild: Hans-Joachim Winckler


Die Paul-Metz-Halle ist wie jede kommunale Halle ein Draufzahlgeschäft: Alle Jahre wieder stehen 200 000 bis 220 000 Euro Miese unterm Strich. Ein besserer Kostendeckungsgrad wäre vorrangig über höhere Mietpreise zu erreichen. Damit hat sich der Zirndorfer Stadtrat jetzt befasst. Nachdem die Sätze seit 2016 unverändert sind, stand am Ende eine moderate Erhöhung.

Die große Halle beispielsweise wird ab 2023 statt bisher 650 Euro dann 700 Euro für vier Stunden kosten. Der Zuschlag für jede weitere Stunde liegt dann mit 70 Euro um zehn Euro höher. Der kleine Saal soll bei bis zu vier Stunden für 450 statt 400 Euro zu haben sein. Ortsansässigen Vereinen, Verbänden und politischen Gruppierungen wird weiterhin ein Mietnachlass von 50 Prozent gewährt.


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Günstiger ist die Halle weiterhin auch für Zirndorfer, die privat in der Halle feiern: Für den großen Saal zahlen sie dann statt 325 Euro 25 Euro mehr. Für Ortsfremde werden statt 600 Euro künftig 700 Euro (jeweils für vier Stunden) fällig.

Neuer Katalog

Kulturamtsleiter Gerhard März hatte den neuen Gebührenkatalog erarbeitet, er beschäftigte den Stadtrat bereits im Januar. Doch damals hatte man sich vertagt. Jetzt lag die Mietpreis-Liste erneut vor, dazu aber auch ein Vorschlag von FDP-Stadtrat Paul Reubel, selbst Hotelier und Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Fürth.

Er forderte deutlich höhere Gebühren, genauso wie einen von 50 auf 25 Prozent reduzierten Nachlass für Vereine. Er schlug vor, Pauschalen für je sechs Stunden Mietdauer anzusetzen, bei der großen Halle mit einem Grundpreis von 2300 Euro, den kleinen Saal hätte er, ebenfalls für sechs Stunden, für 925 Euro vermietet. Diese Sätze sollten auch für Privatveranstaltungen gelten.

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Ines Spitzer, vom Stadtrat als ehrenamtliche Wirtschaftsreferentin bestellt, hatte sich im Vorfeld zu Gesprächen mit Kulturamtschef März, teils auch mit Reubel, zusammengesetzt, um sich die Kalkulationen anzusehen. Eine Einigung, berichtete sie, sei nicht zustande gekommen. So bekam der Stadtrat jetzt zwei "komplett konträre Varianten" präsentiert, wie sie erklärte.

Reubel hatte seine satten Erhöhungen damit begründet, dass die Wettbewerbsfähigkeit der örtlichen Gastronomie zu gewährleisten sei, weshalb die Mietpreise "marktgerecht" ausgewiesen werden müssten. Seine Kollegen, so sagte der Hotelier, jammerten, gegen die Preiskalkulation der Paul-Metz-Halle könnten sie nicht ankämpfen. "Jede Veranstaltung, die hier stattfindet, ist ein Zuschussgeschäft, das kannʼs ja wohl nicht sein."


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Dem wollte sich Spitzer keinesfalls anschließen, schließlich lasse sich eine kommunale Halle nicht an Eventscheunen, Hotellerie oder an Gaststätten-Sälen messen. Im Vergleich zu anderen kommunalen Hallen – etwa in Schwabach, Feucht oder Röthenbach – seien die Zirndorfer Preise "absolut vergleichbar und konkurrenzfähig".

2019, so hat sie es überschlagen, habe die Stadt ortsansässigen Vereinen und Verbänden Nachlässe in einer Gesamthöhe von 15 000 Euro gewährt, eine freiwillige Leistung, die sie als "noch selbstverständlich" bewertete – sei sie doch auch ein wichtiger Grund, sich für die Halle vor Ort zu entscheiden.

Statement des Lobbyisten

Bürgermeister Thomas Zwingel sagte an Reubel gerichtet, dass dessen Vorschlag den Rahmen komplett sprenge, solche Summen seien von Vereinen nicht zu stemmen. "Sie haben hier ein Statement als Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands abgegeben, nicht als Stadtrat", hielt Zwingel Reubel vor. Der FDPler war am Ende auch der einzige Verfechter seiner Variante, alle anderen Räte unterstützten den weit moderateren Preiskatalog der Verwaltung.

März selbst reagierte sichtlich verärgert auf die Zahl einer lediglich 25-prozentigen Auslastung der Halle, die Reubel in den Raum stellte. Tatsächlich habe die Auslastung – vor der Pandemie – stets bei 75 bis 80 Prozent gelegen. "Über ein Jahresdefizit von nur 220 000 Euro ihrer Hallen würden sich andere Kommunen freuen. Sowohl was die wirtschaftliche Situation als auch die Auslastung betrifft, können wir stolz auf unsere Halle sein."

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