"Pionierarbeit": Seniorenbeirat in Zirndorf hat Grund zum Feiern

30.4.2021, 16:00 Uhr
„Senioren helfen Senioren“: Dieter Sieber und Heidemarie Ewert sind auch heute noch im Beirat aktiv – unser Bild entstand nicht in Pandemie-Zeiten.

„Senioren helfen Senioren“: Dieter Sieber und Heidemarie Ewert sind auch heute noch im Beirat aktiv – unser Bild entstand nicht in Pandemie-Zeiten. © Thomas Scherer

Mehrfach wurde die Geburtstagsfeier verschoben: Seit 20 Jahren gibt es den Seniorenbeirat in Zirndorf. Er war der erste Seniorenbeirat im Landkreis Fürth und Vorbild für engagierte Senioren in anderen Orten.

Es war alles bereits im Detail geplant: Die große Jubiläumsfeier sollte im Oktober steigen. Wegen der Corona-Pandemie war das nicht möglich, so verschob man die Geburtstagssause auf November, dann auf Januar. Und schließlich beraumte Vorsitzender Dieter Sieber mit Bürgermeister Thomas Zwingel jetzt eine Pressekonferenz an, mit Abstand, Maske und in kleiner Runde, um der Bevölkerung mit einem halben Jahr Verspätung zu sagen: Den Zirndorfer Seniorenbeirat gibt es seit 20 Jahren.

Zeitgleich vorgestellt haben die rührigen Ruheständler die aktualisierte dritte Auflage des Seniorenwegweisers, der eigentlich alles sammelt, was es zu der städtischen Institution und anderen Hilfsangeboten in der Bibertstadt zu sagen gibt. Zu haben ist er an diversen öffentlichen Stellen wie Rathaus oder Kreativzentrum, aber auch online auf der Internetseite der Stadt Zirndorf.

Die dort abgelegte Version hat den Vorteil, dass sie ständig vom Herausgeber, dem Mediaprint Infoverlag Mering, aktualisiert wird. Ebenfalls dort zu finden ist der 15-minütige Streifen, den Jens Grauhering von Zirndorf.TV gedreht hat, "weil in einem nur zwei-, dreiminütigem Kurzfilm gar nicht zu vermitteln wäre, was der Beirat alles macht", erklärte er bei der Präsentation.

In dem Film lässt Dieter Sieber die Geschichte des Beirats Revue passieren. Von den Anfängen, die 1999 lagen, als der Freistaat an die Kommunen den Wunsch herantrug, solche Gremien zu etablieren. Es wurde Oktober 2000, bis die städtische Satzung von Zirndorf stand: Damit war der erste Seniorenbeirat im Landkreis Fürth geboren.

Pioniere im Landkreis Fürth

Er sollte zum Wegbereiter werden. Heute gibt es, angestoßen und beworben auch von Sieber, in zwölf der 14 Kreisgemeinden einen Seniorenbeirat und seit 2008 eine Arbeitsgemeinschaft Senioren auf Kreisebene, in der Sieber einer von drei Sprechern ist. "Sie haben Pionierarbeit geleistet", sagte Landrat Matthias Dießl bei der Präsentation. Und zwischenzeitlich ist das Gremium der "rüstigen Rentner ein unverzichtbarer Bestandteil der Stadtgesellschaft", betonte Bürgermeister Zwingel.

Am Anfang stand die Seniorensprechstunde, in der sich heute jeder jeweils Montag von 13.30 bis 15.30 Uhr im Rathaus an einen Vertreter des Gremiums wenden kann. Um auch etwas für die Fitness im Alter zu tun, entwickelte sich eine Wandergruppe, die sich einmal im Monat aufmacht zu gemächlichen Spaziergängen in der Umgebung. Die Wassergymnastikgruppe folgte, sie liegt pandemiebedingt genauso wie der Spielekreis, der hauptsächlich Damen lockt, und der Männergesprächskreis derzeit brach.


Ein bewährtes Team steht an der Spitze des Zirndorfer Seniorenbeirates


Es läuft alles auf Sparflamme", sagt Sieber. Nur die Nordic-Walking-Gruppe ist in kleiner und wechselnder Formation nach wie vor unterwegs. In reduzierter Stärke – fünf Akteure aus dem guten Dutzend der Gruppe "Senioren helfen Senioren" trauen sich derzeit unter alte Menschen – gehen nach wie vor Senioren anderen Senioren zur Hand: Sie unterstützen sie im Alltag, bei Arztbesuchen, Behördengängen oder beim Einkauf. "Sich in öffentliche Verkehrsmittel zu drängen, damit tut sich unsereins zurzeit schwer", sagt Sieber.

"Ich kann sie nicht allein lassen"

Und Heidemarie Ewert berichtet von zwei alleinstehenden, hochbetagten Frauen, die sie seit Jahren begleitet: "Die könnte ich jetzt in der Pandemie gar nicht allein lassen, Lockdown hin oder her." Bei ihnen schaut sie nach wie vor regelmäßig vorbei. Darüber hinaus versuchen die Mitglieder, über Telefonate den Kontakt zu den Menschen, die ihre Unterstützung suchen, aufrechtzuerhalten.

Der Jahresplan stünde, immer im Dezember wird er fürs Folgejahr aufgestellt, so auch für 2021. "Wir haben viel vor", sagt Sieber, "machen konnten wir heuer noch nichts." Aber vielleicht wird ja doch noch was zum Beispiel aus dem Busausflug zum Brombachsee gemeinsam mit der Awo Weiherhof. Oder aus der Jubiläums-Nachfeier. "Mal schauen, ob wir das bald hinkriegen, hoffentlich noch vor dem 25-Jährigen des Seniorenbeirats", wie Zwingel scherzte.

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