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Plakate: Studenten wollen Jungwähler an die Urnen bringen

Eine Aktion in Oberasbach, Zirndorf und Stein will auf die Kommunalwahl aufmerksam machen - 19.02.2020 11:00 Uhr

Wie soll man jungen Menschen das Wählen schmackhaft machen? Darüber müssen selbst junge Menschen, in diesem Fall Studentinnen und Studenten der Akademie Faber-Castell, heftig nachdenken. © Armin Leberzammer


Seit zwei Wochen arbeiten die Studentinnen und Studenten der Akademie Faber-Castell an den Wahlaufrufen. "Denkt an die Sichtbarkeit! Auch wenn jemand mit Tempo 50 vorbeifährt, muss er die Botschaft mitbekommen." Mit klaren Ansagen weist Studienleiter Gerd Beck seine Erstsemester auf eine zentrale Anforderung ihrer Plakate hin.

Ab kommenden Montag werden die Ergebnisse dann in Oberasbach, Zirndorf und Stein an den Straßenrändern zu sehen sein. Hinter der Projektarbeit steckt kein Auftrag einer einzelnen Partei, sondern die Idee, mit Hinguckern vor allem junge Wähler überhaupt zum Urnengang zu motivieren. Für die meisten der Teilnehmer des Studiengangs dürfte die Kommunalwahl am 15. März selbst eine persönliche Premiere sein.

Große Herausforderungen

Vanessa Knoll und Moritz Boldt etwa sind beide 19 Jahre alt und hatten bei der Konzipierung ihrer Plakate mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen.

Während Knoll recht bald wusste, was sie darstellen wollte, sich aber erst einmal mit der Grafiksoftware vertraut machen musste, war es bei ihrem Kommilitonen genau andersherum. "Ich habe eine Weile gebraucht, bis mir zu diesem abstrakten Thema etwas eingefallen ist", berichtet Boldt. "Politik ist dir wurscht? Dann gib deinen Senf dazu!", steht nun auf seinem Entwurf.

Vanessa Knoll verbindet mit ihrem Aufruf, zur Wahl zu gehen noch ein politisches Ziel: das Wahlrecht ab 16 Jahren. Dazu spitzt eine abstrakte junge Person, auf einer Leiter stehend, über eine Mauer, nach dem Motto: Du bist groß genug, um mehr als nur zuzuschauen.

"Manche können ihre Ideen hervorragend auf den Punkt bringen und Geschichten erzählen, andere sind eher kopf- und konzeptlastig", sagt Gerd Beck, Studienleiter im Fach Semantik. Doch am Ende müsse jeder sein weißes Blatt füllen. Neben der Fernwirkung galt es dabei, auf die richtige Farbwahl zu achten. "Was am Bildschirm ansehnlich ist, kann auf DIN A1 manchmal ziemlich unruhig und unpassend wirken", so Beck.

Insgesamt 60 Plakate werden die Studenten ab Montag in den drei Städten aufstellen, dazu hat jeder mindestens zwei Motive beigesteuert. Anregungen holten sie sich bei einigen ganz Großen der Plakatkunst: An der Wand ihres Seminarraums in der Akademie hängen unter anderem Werke von Käthe Kollwitz, John Heartfield oder Klaus Staeck.

Knapp die Hälfte blieb weg

Initiiert wurde das Projekt von Gerd Beck und Franz Xaver Forman, stellvertretender Landrat und Stadtrat der Freien Wähler in Oberasbach. Ebenso wie die Bürgermeister von Stein, Kurt Krömer (SBG), und Zirndorf, Thomas Zwingel (SPD), hat er den Studenten, vor allem aber dem übergeordneten Vorhaben, die Wahlbeteiligung zu steigern, viel Erfolg gewünscht. "2014 hat annähernd die Hälfte der Berechtigten nicht gewählt", bedauert Gerd Beck, "das ist schon fast dramatisch." Norbert Schikora (Grüne), Oberasbachs 2. Bürgermeister, war ebenfalls zur Präsentation in die Akademie gekommen. Auf dessen Frage, ab wie viel Prozent Wahlbeteiligung die Plakataktion als Erfolg zu werten sei, wollte sich Beck nicht festlegen. Immerhin hätten sich die Studenten zwei Wochen lang intensiv mit der Kommunalwahl, mit Politik und den Befindlichkeiten ihrer Generation auseinandergesetzt.

Armin Leberzammer

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