Donnerstag, 29.10.2020

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Platzprobleme: Fablab im Landkreis Fürth sucht Räume

Eine geeignete Immobilie im Landkreis ist bisher nicht in Sicht - 12.10.2020 16:00 Uhr

Roman Dufek (links) und Jochen Vogl, die Vorsitzenden des Fablabs, sind auf der Suche nach einem weiteren Standort im Landkreis Fürth. Die frühere Veitsbronner Mittelschule ist inzwischen zu klein geworden.

© Armin Leberzammer


Fräsen, 3D-drucken, schneidern oder programmieren: In den Fablabs, den offenen Werkstätten für jedermann, ist dank gemeinschaftlich genutzter Werkzeuge und Maschinen vieles möglich. In Veitsbronn, wo seit 2016 das zentrale Fablab des Landkreises steht, wird nun jedoch allmählich der Raum knapp.

Dabei ist der Verein Opfer seines eigenen Erfolgs geworden. Die Mitgliederzahl liegt inzwischen bei über 200, wobei deren Nachfrage über abgestimmte Termingestaltung auch während der aktuell erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln noch zu handhaben wäre. Die größte Herausforderung, so die beiden Vorsitzenden Jochen Vogl und Roman Dufek, seien aktuell mehrere Maschinen, die dem Fablab von Industrie- und Handwerksbetrieben geschenkt wurden. "Wir wissen nicht, wohin damit", sagt Vogl. Das Fablab im Landkreis ist deshalb auf der Suche nach einem zweiten Standort.

Momentan stehen mehr oder weniger großvolumige Geräte wie Styroporschneider, Fräsmaschine oder Drehbank ungenutzt auf dem Flur am Standort in der Siegelsdorfer Straße 24, der ehemaligen Veitsbronner Mittelschule, beziehungsweise noch beim spendenwilligen Unternehmen herum. Und in den zwei zur Verfügung stehenden Räumen mit insgesamt 160 Quadratmetern Fläche drängen sich die unterschiedlichen Arbeitsplätze schon jetzt dicht an dicht.

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Gerne würde man in einem zweiten Fablab Maschinen und Kompetenzen in der Metall- und Holzverarbeitung sowie im 3D-Druck zusammenfassen, während in Veitsbronn Plotter, Drucker oder die Textilverarbeitung bleiben soll. Das Problem ist, der Verein tut sich schwer, eine geeignete Immobilie zu finden.

"Es laufen einige Anfragen und wir sehen uns alle nach möglichen Flächen um", berichtet Jochen Vogl und zählt Bedingungen auf, die der Standort erfüllen sollte: Zwischen 100 und 200 Quadratmeter Fläche sollte er bieten, möglichst ebenerdig und kostengünstig sollte er sein.

Mietfrei im alten Schulhaus

In Veitsbronn zahlt der Verein keine Miete, zumindest nicht in Cent und Euro. "Wir arbeiten hier eng mit der Gemeinde und vielen Vereinen zusammen und profitieren gegenseitig", betont Dufek. Dank der Null-Euro-Miete könnten zudem die Mitgliedsbeiträge vergleichsweise niedrig gehalten werden.


FabLab in Veitsbronn: Offene Werkstatt für jedermann


Der Vorstand ist sich allerdings darüber im Klaren, dass die Anmietung weiterer Flächen dann doch Kosten verursachen dürfte. Aber erst einmal müssten überhaupt welche gefunden werden – zur Not auch jenseits der Fürther Landkreisgrenzen.

Ob das rasante Wachstum – "nach vier Jahren hätten wir niemals mit mehr als 50 Mitgliedern gerechnet", so Vogl – nun also weitergehen kann, hängt in erster Linie vom Erfolg bei der Standortsuche zusammen.

In Veitsbronn wollen sie jedoch vom bisherigen Konzept – offene Werkstätten für jedermann sowie Kinder- und Jugendarbeit in Kooperation mit Schulen und Kitas – nicht abrücken.

Man sei hier gut vernetzt und helfe sich gegenseitig – in der Corona-Pandemie beispielsweise mit mittlerweile über 1500 ehrenamtlich und kostenlos im 3D-Drucker hergestellten Gesichtschutz-Schilden aus Plexiglas.

ARMIN LEBERZAMMER

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