"Irrsinnig zeitintensiv und arbeitsaufwendig"

Pooltests: Diese Grundschule nahm in Fürth als erste teil

NN-Redakteurin Kathrin Walther
Kathrin Walther

Ressort Kinder, Familie und Bildung

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22.9.2021, 12:53 Uhr
Dieses Symbolbild zeigt ein Kind, das sein Wattestäbchen in ein Röhrchen steckt, in dem die Stäbchen aller Kinder gesammelt werden. Das ist der so genannte Pool.

Dieses Symbolbild zeigt ein Kind, das sein Wattestäbchen in ein Röhrchen steckt, in dem die Stäbchen aller Kinder gesammelt werden. Das ist der so genannte Pool. © imago images/Political-Moments, NN

"Zuerst möchte ich betonen, dass wir es ohne das außergewöhnliche Engagement unserer Sekretärin Silvia Tondora nicht geschafft hätten", sagt die Schulleiterin. Die Sekretärin habe am vergangenen Freitag ihre Arbeitszeit verdoppelt.

Die Humanistische Grundschule in Fürth.

Die Humanistische Grundschule in Fürth. © Humanistische Vereinigung

Denn die Liste, die sie an diesem Tag abzuarbeiten hatte, war lang: Punkt für Punkt wurden alle Voraussetzungen auf der Anleitung des Schulamtes abgehakt - von der Anmeldung beim Labor über die Information des Fahrdienstes bis zur Kurzeinweisung des Teams. Vor allem die Eingabe der Daten sowohl im Schulverwaltungsprogramm als auch in die Software-Schnittstelle mit dem Weidener Labor SynLab habe viel Zeit in Anspruch genommen, sagt Ulrike von Chossy.


Darum sorgen die Pooltests für Ärger


Auch an diesem Montag musste Sivia Tondoras eigentliche Arbeit nach hinten verschoben werden. Denn zuerst wurde die Sekretärin in der Handhabung der Pooltests geschult, um nach dem Prinzip "Teach the teacher" das Team aus Lehrkräften, Erziehern und Sozialpädagogen vor Ort in ihren Klassengruppen anzuleiten und mit ihnen die Tests durchzuführen.

Dass die Humanistische Grundschule gleich am Montag mit den Tests beginnen konnte, liegt an drei entscheidenden Vorteilen: Sie ist mit 100 Kindern relativ klein, und es handelt sich um eine private Schule. Aus diesem Grund kamen die Einwilligungserklärungen der Eltern auch recht zügig zurück: Die Eltern von 72 Schülerinnen und Schülern erteilten die Zustimmung, dass ihr Kind jeweils montags und mittwochs am Pooltest teilnehmen dürfe. "Die anderen Kinder werden weiterhin dreimal in der Woche die Schnelltests durchführen", sagt Ulrike von Chossy.

"Sehr viel angenehmer"

Der dritte Vorteil: Schule und Hort und damit auch Lehrkräfte und Erzieher sind eng miteinander verzahnt. Die Tests und die aufwendige digitale Datenerfassung muss also nicht nur von einer Person durchgeführt, sondern kann aufgeteilt werden.

Ulrike von Chossy, Leiterin der Humanistischen Grundschule Fürth.

Ulrike von Chossy, Leiterin der Humanistischen Grundschule Fürth. © privat, NNZ

Dank der übersichtlichen Anleitung des Schulamtes sei die Umsetzung nicht schwer, betont die Schulleiterin. Doch vor allem die Datenerfassung sei "irrsinnig zeitintensiv und arbeitsaufwendig. Da muss man konzentriert drüber bleiben und kann nicht drei Sachen nebenher machen."

Und trotzdem: Die Schulleiterin ist froh über die Möglichkeit der Pooltests. "Für die Kinder sind diese Tests sehr viel angenehmer als das Gestocher in der Nase. Außerdem nimmt die Durchführung nicht mehr so viel Zeit in Anspruch, weil die Wartezeit auf das Testergebnis wegfällt." Auch das Kollegium ist der Umstellung gegenüber positiv eingestellt. "Schließlich geht es ja ebenso um ihre Sicherheit." Und im Falle eines positiven Testergebnisses würden die Eltern des betreffenden Kindes am Morgen nach dem Test informiert werden. "Das Kind kann also gleich daheim bleiben und muss sich nicht vor der Gruppe bloßgestellt fühlen."

Während die Dateneingabe am Montag problemlos funktionierte, kam das Erfassungssystem am Mittwoch ins Stocken. "Die Tests sind verschickt, aber die Daten kann ich nicht eintragen." Grund ist vermutlich eine Überlastung: Mit jedem Tag melden sich mehr Schulen an. Da hilft nur eines: sich am Vorbild der Grundschulkinder ein Beispiel zu nehmen. Denn auf den Wechsel von den Schnell- zu den Pooltests reagierten sie mit: Gelassenheit.