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Pop-up-Radwege: Andere Städte sind schneller als Fürth

ADFC will eine Demo organisieren - Petition hat bereits 800 Unterstützer - 26.05.2020 21:30 Uhr

In Nürnberg durften Aktivisten am Wochenende für gut eine Stunde eine Spur der Bayreuther Straße in einen Pop-up-Radweg verwandeln. Das Ziel sind aber dauerhafte Lösungen, zumindest für den Sommer. © Foto: Michael Matejka


In München entscheidet der Stadtrat am Mittwoch darüber, fünf Pop-up-Radwege anzulegen. Dass sie kommen, gilt als sicher. Eine Mehrheit aus SPD und Grünen steht hinter dem Projekt. Um Ähnliches in Nürnberg zu erreichen, demonstrierten am Wochenende 200 Aktivisten auf der Bayreuther Straße, wo sie für eine Stunde eine Autospur lahmlegten, die zuvor mit Baken abgetrennt worden war. Die Aktion war offiziell als Kundgebung angemeldet worden.

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Auch in Fürth setzt sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), unterstützt von Organisationen wie dem Bund Naturschutz oder Bluepingu, für Pop-up-Radwege ein. Beschrieben werden sie als "spontan angelegte Radwege", die zunächst vorübergehend Bestand haben sollen. Gerade jetzt, während der Corona-Pandemie, sollen sie Lücken im Netz schließen. Zwar steigen immer mehr Menschen aus Sorge vor einer Infektion in Bus und Bahn aufs Rad um, doch für diesen Zuwachs sei der Stadtverkehr gar nicht ausgelegt, heißt es.

In Fürth haben ADFC und Co. bereits Ideen, wo Pop-up-Radwege – im Englischen steht Pop up für plötzliches Auftauchen – entstehen sollten. Ganz oben auf der Liste stehen Friedrichstraße und Jakobinentunnel, aber auch die Nürnberger, die Erlanger oder die Schwabacher Straße haben die Aktivisten im Fokus. Die Fahrradspuren könnten beispielsweise Fußwege entlasten, die derzeit gemeinsam von Passanten und Radlern genutzt werden dürfen.

Doch so schnell scheint daraus nichts zu werden. Der kommunale Bauausschuss verwies das Thema vergangene Woche in den Verkehrsausschuss, wo Anfang Juli mit Sicherheitsexperten, etwa von der Polizei, diskutiert werden soll. "Das muss gut durchdacht sein, Schnellschüsse wären falsch", meint SPD-Fraktionssprecher Sepp Körbl.

"Das dauert entschieden zu lange"

"Das dauert uns entschieden zu lange", sagt hingegen Fürths ADFC-Chef Olaf Höhne. Auf FN-Anfrage betont er: Die Meinungen von Experten seien zwar wichtig, aber diese ließen sich auch schneller einholen. Da viele Menschen derzeit die öffentlichen Verkehrsmittel eher meiden, brauche es dringend Anreize, damit sie aufs Rad statt aufs Auto setzen. Über den Sommer hinweg ließen sich dann, so Höhne, wichtige Erfahrungen mit den Pop-up-Radwegen sammeln. Im Winter, wenn naturgemäß weniger Menschen radeln, könnte man die Spuren wieder freigeben.

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Höhne und seine Mitstreiter streben nun auch für Fürth eine Demonstration an, bei der eine Fahrspur von den Radlern für ein bis zwei Stunden okkupiert wird. Auf der Internetseite www.change.org haben sie zudem eine Petition gestartet, die – Stand Dienstagabend – bereits von rund 800 Menschen unterschrieben worden ist.

Diese Listen sollen dem Oberbürgermeister demnächst im Rathaus übergeben werden.

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