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Problemschaf: Fürths Betzi hat den FCK im Nacken

Schausteller müssen sich wegen Namensrechten mit Kaiserslautern auseinandersetzen - 25.09.2018 10:36 Uhr

Betzi, wie sie leibt und lebt © Thomas Scherer


Montag, halb zwölf. In der Innenstadtbücherei beginnt die Pressekonferenz zum Kärwa-Auftakt in fünf Tagen. Eigentlich sollte dort das neue Maskottchen Betzi vorgestellt werden, doch von dem überlebensgroßen Schaf mit dem, hüstel, farbenfrohen Dirndl ist nichts zu sehen. Und im Übrigen auch nichts zu hören. Betzi wird mit keiner Silbe erwähnt.

Wurde Betzi schon wieder aus dem Verkehr gezogen? Die Resonanz auf sie war ja so durchwachsen wie ein Nackensteak. Gut, die eine Hälfte der Fürther schwärmt vom niedlichen Maskottchen mit den blauen Augen. Bei der Tourist-Information gehen laufend Anfragen nach einer Plüschversion ein; ein Mann wollte sogar 5000 Stück ordern. Die andere Hälfte aber wünscht sich, Betzi möge beim nächsten muslimischen Feiertag geschächtet werden. Angeblich soll Komödiant Volker Heißmann gesagt haben, er werde die Kärwa-Eröffnung keinesfalls gemeinsam mit diesem Schaf auf der Bühne moderieren.

So sieht Betzi aus Kaiserslautern aus. © dpa


All das bringt uns als Fachblatt für Schäfer-Zubehör und Betzntanz dazu, Fragen zu stellen. Wo ist Betzi? Die Antwort: Betzi hat ein Problem, ein Namensproblem. Der 1. FC Kaiserslautern, aktuell Drittletzter der Dritten Liga, hat Einwände. In seinem Stadion am Betzenberg tummelt sich schon jemand mit dem Namen Betzi. Ein Teufelchen.

Jetzt ringen die Schausteller, auf deren Mist Fürths Betzi wuchs, und der Fußballverein um eine Lösung, damit das Kärwamaskottchen ab Samstag auftreten kann, ohne mit einer Unterlassungsklage überzogen zu werden. Man sei auf einem guten Weg, heißt es. Ein Teil des Deals ist offenbar, dass Fürths Betzi niemals Fußball spielen wird.

Gräm dich nicht, Betzi. Das Teufelchen kickt in der Dritten Liga, deine Kärwa aber, die spielt ganz sicher Champions League.

Johannes Alles

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