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Psychiatrische Klinik in Fürth: Neubau liegt im Zeitplan

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Andreas Dalberg

FN-Redakteur

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4.9.2021, 16:00 Uhr
Bis November ist noch Zeit, die restlichen Arbeiten im Außen- und Innenbereich der neuen Klinik zu erledigen – dann startet der Probebetrieb.

© Christian Wonnerth Bis November ist noch Zeit, die restlichen Arbeiten im Außen- und Innenbereich der neuen Klinik zu erledigen – dann startet der Probebetrieb.

Dort, wo einst die alte Kinderklinik stand, sind die Arbeiten an der Psychiatrischen Fachklinik des Bezirks Mittelfranken weit vorangeschritten. Ziel ist eine „gemeindenahe Versorgung von psychisch Kranken“, sagte in dieser Woche Horst Krömker, Mitglied im Verwaltungsrat der Bezirkskliniken Mittelfranken, bei einem Vor-Ort-Termin, an dem sich die SPD-Bezirkstagsfraktion und Fürths Bürgermeister Markus Braun ein Bild vom Baufortschritt machten. Was Krömker, Braun und stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Christa Naaß zu sahen, kam bestens an.

Nicht nur, dass der Bau tatsächlich im Zeitplan liegt – die wesentlichen Arbeiten sollen im November abgeschlossen sein. Mittlerweile ist auch sichtbar, dass eine „grundlegende Wohlfühlatmosphäre“ entsteht, wie Braun es ausdrückt. In den Außenanlagen mit Innenhof, Therapiehof und Patientengarten wird es viel Grün geben. Die Patientenzimmer selbst sind hell und haben Balkone, so dass man jederzeit Frischluft schnappen kann, ohne den persönlichen Bereich verlassen zu müssen.

Da Psychiatriepatienten im Schnitt 18 bis 20 Tage klinisch behandelt werden, sind solche Faktoren umso wichtiger. „Gut zum Gesunden“, resümiert Naaß und betont auch, dass die neue Klinik die Psychiatrische Tagesklinik und die Institutsambulanz, die nur unweit entfernt sind, hervorragend ergänzt.

Gerade auch die Nähe zum städtischen Klinikum wird als großer Vorteil gesehen. Zum einen erhofft sich Braun Synergieeffekte durch die „fächerübergreifende Versorgung“. Zum anderen wird es insbesondere für ältere Psychiatriepatienten von Vorteil sein, wie Krömker sagt, dass in unmittelbarer Nähe auch körperliche Leiden behandelt werden.

Übrigens: Nur einen Steinwurf von der neuen Psychiatrischen Klinik entfernt klafft derzeit eine riesige Grube. Der Bau des OP-Zentrums hat begonnen – mit 130 Millionen Euro aktuell das teuerste Projekt in Fürth.

Von den hundert Betten in der neuen Psychiatrischen Klinik sind die Hälfte für Patienten der allgemeinen Psychiatrie vorgesehen; hinzu kommen je 25 Betten für Suchtkranke und ältere Menschen (Gerontopsychiatrie); eine komplett geschlossene Station wird es in Fürth nicht geben.

Im November nun soll der Probebetrieb starten, ohne Patienten, etwas später als zunächst angedacht. Denn zunächst geht es darum, Technik und EDV aufeinander abzustimmen, so dass der Patientenbetrieb ab Januar von Anfang an problemlos läuft.

Investitionen in Höhe von 38,2 Millionen Euro

Der Bezirk geht davon aus, dass die Fürther Klinik, deren Bau 38,2 Millionen Euro kostet, künftig ausgelastet sein wird. Denn der Bedarf an Psychiatrieplätzen liegt im Schnitt bei einem Bett je 1000 Menschen. Rein rechnerisch ergibt sich in Fürth mit seinen 130.000 Einwohnern ein Bedarf von 130 Klinikplätzen. Die Plätze, die nach Fürth kommen, fallen im Erlanger Klinikum am Europakanal weg; dort verbleiben laut Krömker, der selbst Nervenarzt ist, noch 180 bis 200 Betten. Die Verlegung der Klinikplätze folgt der Strategie der dezentralen Patientenversorgung.


So plant der Bezirk die Psychiatrische Klinik in Fürth


Dass Fürth nun eine eigene Psychiatrische Klinik erhält, hat eine lange Vorgeschichte. Die ersten Gespräche hierzu führten Braun und Krömker vor zehn Jahren. Rasch gab es einen positiven Beschluss im Bezirkstag, 2012 war das. Bis zum Spatenstich Ende 2019 verging viel Zeit, da die endgültige Baugenehmigung nicht erteilt werden konnte. Der Meierskeller, ein alter Stollen, hatte das Vorhaben ausgebremst – es musste erst überprüft werden, ob die Gebäudestatik durch den nahen Keller beeinträchtigt sein könnte.

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