Samstag, 29.02.2020

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Puschendorf: "Bürgerhilfe 60 plus" ist ein Erfolgsmodell

Senioren nehmen das ehrenamtliche Projekt gerne in Anspruch - 14.02.2020 15:46 Uhr

Die freiwilligen Helfer der Puschendorfer „Bürgerhilfe 60 plus“ um Therese Gabler (stehend, rechts) feiern den erfolgreichen Start ihrer unbürokratischen Aktion für ältere Mitbürger mit Sekt, Wein, Saft und Selters in der Eichwaldhalle. © Foto: Ralf Jakob


In der Toskanastube in der Eichwaldhalle, stapelten sich Sekt, Wein, Kaffee, Kuchen und Butterbrezen. Therese Gabler, Vorsitzende des Seniorenrats, und eine stattliche Zahl ehrenamtlicher Helfer wollten den "erfolgreichen Start" ihrer Bürgerhilfe 60 plus gebührend feiern.

Begonnen hat alles vor ziemlich genau einem Jahr. Da hatte man sich im Seniorenbeirat nach der Auswertung einer Befragung in der Gemeinde entschlossen, das ehrenamtliche Projekt zu starten. Schnell waren 17 Freiwillige gefunden, die bereit waren, andere Menschen zu unterstützen.

Zusammen mit Günter Lodderstaedt, Seniorenbeauftragter des Gemeinderats, wurden die ankommenden Hilfsanfragen über eine Telefonbörse bearbeitet und an die entsprechenden Helferinnen weitergeleitet. Fahrdienste zu verschiedenen Einrichtungen der Gesundheitsbranche, ins Theater, Kino oder zum örtlichen Discounter standen neben kleinen Hilfen im Haushalt oder im Garten ganz oben auf der Wunschliste, sagte Gabler. Bei der Suche nach geeigneten Handwerkern oder beim Ausfüllen von amtlichen Formularen und Anträgen sind die Helfer ebenfalls schnell zur Stelle.

Binnen weniger Monate sind auf diese Weise 325 geleistete Arbeitsstunden und 590 gefahrene Kilometer zusammengekommen, so lautet die bisherige Bilanz. Ein besonderer Vorteil: Hier kann sich jeder Helfer nach seinen Fähigkeiten und dem gewünschten Zeitbudget einbringen.

Besser als ein Bürgerbus

Dass "unsere Hilfe noch nicht so ganz bekannt im Ort" ist – darin waren sich alle einig. Denn nicht für jede Person, die sich zur Mitwirkung an diesem neuen Hilfsprojekt bereit erklärt hat, fand sich bislang auch eine Einsatzmöglichkeit. Dabei hat gerade der angebotene Fahrdienst eindeutige Vorteile, etwa im direkten Vergleich zu den Angeboten eines "Bürgerbusses" in den unmittelbaren Nachbarorten. Das wurde auch von den anwesenden Gemeinderatsmitgliedern und den Bürgermeisterkandidaten aufmerksam registriert.

So kommt der Puschendorfer Fahrdienst ohne die kostspielige Anschaffung eines Kleinbusses aus und endet nicht automatisch an den Gemeindegrenzen. Im Gegenteil, hier sind sogar Fahrten nach Langenzenn und Herzogenaurach für einen Arztbesuch oder nach Großhabersdorf ins Kino ohne Probleme machbar, wenn sich Auftraggeber und die ehrenamtliche Chauffeurin einig werden.

Die Beförderungen erfolgen mit privaten Autos, die bei der Gemeinde gemeldet und auch gegen eventuelle Unfallschäden versichert sind. Die Fahrten werden in einer Liste registriert, können individuell telefonisch mit einer kurzen Vorlaufzeit vereinbart werden und sind prinzipiell unentgeltlich. Ein kleines Trinkgeld für Benzin und Zeitaufwand dürfen die Fahrerinnen aber annehmen, erläuterte Gabler.

Auch die übrigen Angebote des Seniorenrats, wie der Smovey-Kurs am Freitagmorgen oder die Seniorenwanderung einmal im Monat, werden gut angenommen. 2019 konnten daher 1200 Teilnehmer an die "Offene Seniorenhilfe" im Landratsamt gemeldet werden. Im November dieses Jahres, darauf machte Bürgermeister Wolfgang Kistner nach einem herzlichen Dankeschön für die geleistete Arbeit im Beirat und durch den Helferkreis aufmerksam, gibt es Neuwahlen für den Seniorenbeirat. In Puschendorf gibt es ihn seit 2011.

Neue Mitglieder und engagierte Helfer sind willkommen und können sich ebenso wie weitere Hilfesuchende bei Therese Gabler unter Tel. (0 91 01) 53 63 63 melden.

Ralf Jakob

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