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Radeln in der Fußgängerzone: Das Chaos ist ausgeblieben

Passanten und Radfahrer haben sich inzwischen arrangiert - 25.08.2015 21:00 Uhr

Meist friedlich bewegen sich Radler und Fußgänger nebeneinander her. Die Polizei muss kaum einschreiten, Unfälle sind die Ausnahme. © Foto: Horst Linke


Als „guten Kompromiss“ bezeichnet Benjamin Hartung die 2011 eingeführte Freigabe des Radelns während der Lieferzeiten zwischen 19 und 10.30 Uhr. Der für Radwege zuständige städtische Verkehrsplaner spricht aus Erfahrung. Das in der langen Diskussion davor heraufbeschworene Chaos ist ausgeblieben.

Es wurde auch kein „Fass aufgemacht“, wie es die Gegner der Freigabe befürchtet hatten. Für die Polizei ist die Fußgängerzone jedenfalls kein Brennpunkt für Verkehrsverstöße. Gelegentliche Kontrollen reichen vollkommen aus. Für Hartung ist es daher auch ein Fortschritt, dass rund um die Neue Mitte ohne Einschränkungen geradelt werden kann.

Auch in der Blumen- und Alexanderstraße ist das Radeln erlaubt. „Wir wollen die Fußgängerzone in Dreiecksform mit Radweg-Achsen umgeben“, erläutert der städtische Verkehrsplaner das kommunale Konzept. Eine Radachse quer durch die Fußgängerzone gehört inzwischen nicht mehr zu den zentralen Forderungen der Fahrradlobby, wie Thomas Schwerdtner als stellvertretender Kreisvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) erläutert.

Der ADFC gehört der Arbeitsgemeinschaft Fahrradstadt Fürth an, die nach den Worten von Benjamin Hartung „sehr konstruktiv“ mit der städtischen Verkehrsplanung zusammenarbeitet. In dieser Gruppe wurde auch die Planung von Schieberampen für den Osttunnel am Fürther Hauptbahnhof vorangetrieben. Die sollen noch heuer Radlern den Weg zwischen Innenstadt und Südstadt erleichtern. Am Ausgang zur Südstadt soll allerdings nur die Treppe, die in Richtung Ludwigstraße führt, mit einer Schieberampe ausgestattet werden.

Die Arbeitsgemeinschaft hat daneben maßgeblich an der Modellwahl der künftig einheitlichen Fahrradständer in der Stadt mitgewirkt. Statt unterschiedlicher Designermodelle kommt, wie berichtet, aus praktischen Überlegungen heraus nun ein fahrradfreundlicher Systemständer zum Zug. Zu den aktuellen Errungenschaften im Ausbau des Radwegenetzes zählt Hartung einen Lückenschluss in der Stadelner Hauptstraße. Verbessert werde die Situation auch im Zuge des laufenden Sanierungsarbeiten in der Herrnstraße.

Für Thomas Schwerdtner gehören die Talquerung zwischen Eigenes Heim und Stadeln sowie eine Verbreiterung des Pegnitztalweges zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben. Der gestiegene Anteil von Radlern im städtischen Verkehrsaufkommen erfordere einen zügigen Ausbau der Radwegetrassen. Im Hinblick auf die Fußgängerzone spricht Schwerdtner von einer „deutlichen Entspannung“. Es werde mehr Rücksicht aufeinander genommen als vor der Freigabe.

VOLKER DITTMAR

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