Donnerstag, 29.10.2020

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Raindorf jubelt: Schluss mit dem Sondermüll

Der zweite Abschnitt der Deponie wird noch mit Bayerns Abfällen verfüllt, ab 2029 ist es aus - 05.10.2020 11:00 Uhr

Damit aus den Ablagerungen nichts austritt, werden über und unter dem Müll in Raindorf Kunststoffbahnen verlegt. Das wird regelmäßig kontrolliert. Spezialisten überprüfen unter anderem die Dichtigkeit und Belastbarkeit der Schweißnähte.

© Archivfoto: Simon Schübel


Bereits vor zehn Jahren hatte Ministerpräsident Markus Söder, damals noch bayerischer Umweltminister, versichert, dass es nach dem für rund 2,2 Millionen Euro hergerichteten zweiten Bauabschnitt keine Erweiterung in Raindorf geben würde.

Bürger, Kommunalpolitiker und Naturschützer waren damals misstrauisch. Doch sobald die zweite sogenannte "Kassette" verfüllt sein wird, soll nun tatsächlich Schluss sein mit dem Sondermüll in dem rund 500-Seelen-Dorf, das zu Veitsbronn gehört.

Startschuss fiel 1985

Die Deponie ging 1985 an den Start. Von 2005 bis Anfang 2017 ruhte der Betrieb. Seitdem wird dort wieder Sondermüll der Klasse III, der Klassifizierung, die die höchsten Sicherheitsanforderungen stellt, abgeladen, wie Dominik Deinzer, Geschäftsführer der GSB erklärt. Die GmbH bewirtschaftet im Auftrag des Staatsbetriebs Sonderabfalldeponien die Müllanlage.

Raindorf ist die letzte aktive Deponie bayernweit für Sondermüll der Kategorie III. Eingelagert wird Schlacke, die bei der Verbrennung von Industriemüll anfällt. Das sind beispielsweise anorganische Abfälle, entwässerte Schlämme und Schlacken, mineralisches Schüttgut, Kesselaschen, Filterkuchen oder Strahlsand aus der Autoindustrie. Das 7,4 Hektar große Gelände, das bis zu 25 Meter hoch aufgeschüttet ist, hat eine Gesamtkapazität von 900 000 Kubikmetern. Platz ist Denzer zufolge noch für etwa 240 000 Kubikmeter Sondermüll bzw. 363 000 Tonnen. Die angelieferten Müllmengen seien jedoch rückläufig. Lagen sie 2019 noch bei 35 000 Tonnen, rechnet er heuer mit 25 000 Tonnen.

Ökosolarpark geplant

Der erste von zwei Bauabschnitten ist bereits rekultiviert. Langfristig soll auf der Fläche der Deponie ein Ökosolarpark errichtet werden, wie das Bayerische Umweltministerium mitteilt. Entsprechende Planungen liefen bereits. Erste Ergebnisse sollen noch heuer vorgelegt werden.

Die Weichenstellung dafür, dass in Raindorf das Deponieren von Sondermüll endet, ist vor allem auch einer Rahmenvereinbarung zwischen Bayern und Baden-Württemberg zu verdanken. Darin verpflichten sich beide Länder zur gegenseitigen Unterstützung bei der Entsorgung gefährlicher Abfälle.

Diese Vereinbarung sieht vor, dass nach der Verfüllung des zweiten Bauabschnitts in Raindorf der Sondermüll künftig in einer Untertagedeponie in Heilbronn gelagert wird. Wenn diese Deponie alle Anforderungen der Genehmigungsbehörden erfüllt, teilt das Landratsamt mit, könnte sie 2029 fertig sein. Geplant ist eine Betriebsdauer von 30 Jahren.

"Nun freuen wir uns, dass mit dieser Rahmenvereinbarung noch mal deutlich wird, dass auch Umweltminister Thorsten Glauber Wort hält und der Freistaat Bayern keinen weiteren Bauabschnitt in der Sonderabfalldeponie plant", darin sind sich Landrat Matthias Dießl und die beiden Bürgermeister Jürgen Habel aus Langenzenn und Marco Kistner aus Veitsbronn einig.

njd/sd

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