Rathaustrakt fürs Erhard-Haus

25.5.2014, 16:00 Uhr

© Hans-Joachim Winckler

Die grundsätzliche Bereitschaft, eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bauherren, dem Fürther Ludwig-Erhard-Initiativkreis, zu treffen, hat der städtische Wirtschafts- und Grundstücksausschuss bekundet. Wie Oberbürgermeister Thomas Jung erläuterte, hätten Bodenuntersuchungen unter dem Parkplatz hinter dem Rathaus, auf dem der Komplex entstehen soll, unerwartete Probleme zu Tage gefördert. So sei ein Keller unter dem Neubau gar nicht oder nur mit exorbitantem finanziellen Aufwand zu realisieren – einem Aufwand, der, so Jung, das ganze Projekt scheitern ließe.

Die im Wortsinn naheliegende Lösung: Das angrenzende frühere Stallgebäude, heute von der Stadt als Garage, Lager- und Archivfläche verwendet, könnte als Kellerersatz dienen. Auch Toiletten und eine Garderobe wären hier denkbar. Für die Kommune sei das Gebäude, das in ihrem Besitz bleibt, entbehrlich; Raum für die derzeitigen Nutzungen könne auch andernorts geschaffen werden. Die genauen Vertragsmodalitäten sollen nun ausgehandelt werden, bevor der Stadtrat grünes Licht geben muss.

Wie ausführlich berichtet, ist gegenüber dem Geburtshaus des „Vaters der sozialen Marktwirtschaft“ in der Ludwig-Erhard-Straße ein moderner Komplex aus gestapelten und gegeneinander versetzten Quadern geplant. Zehn Millionen Euro Gesamtkosten sind für das Ludwig-Erhard-Zentrum veranschlagt, die Eröffnung ist 2015 vorgesehen.

Während das Projekt von einer breiten politischen Mehrheit befürwortet wird, lehnen es Grüne, Linke und Freie Wähler teils vehement ab. In ihren Augen handelt es sich um ein unnötiges Prestigeobjekt, das zu viel öffentliches Fördergeld verschlingt. Folgerichtig stimmten die Vertreter dieser Parteien auch gegen die Vermietung des Rathaustrakts. Hier werde „leichtfertig städtischer Besitz aus der Hand gegeben“, kritisieren die Grünen.

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