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Rechte Posts: Freie Wähler gehen auf Abstand zu Fürther Stadträtin

Die Partei kündigt Konsequenzen an - Auch die SPD distanziert sich - 15.05.2020 06:00 Uhr

Eine Partei nach der anderen distanziert sich von ihr: FW-Stadträtin Heidi Lau.

© Hans-Joachim Winckler


Unterzeichnet hat die Pressemitteilung nicht nur Joachim Fulde, der zweite Vorsitzende der Freien Wähler in Fürth, sondern auch der Bezirksvorsitzende Steffen Schmidt. Die beiden Herren meinen es offenbar ernst. Demnach wollen sie gemeinsam mit dem Vorstand und den Mitgliedern in Fürth "aus dieser Entwicklung Konsequenzen" ziehen.


Heidi Laus Facebook-Posts: Fürther FW-Stadträtin in der Kritik


Mit "Entwicklung" meinen sie die rechtspopulistischen Beiträge, mit denen Heidi Lau, Stadträtin und Vorsitzende der Freien Wähler in Fürth, auf ihrer Facebook-Seite "Heidi Lau – Stadträtin" in den vergangenen Wochen Aufsehen erregt hat. Wie genau die angekündigten Konsequenzen aussehen könnten, ist noch unklar. Eine Antwort auf die Frage danach blieben die Freien Wähler am Donnerstag noch schuldig.

So oder so, nachdem sich bereits mehrere Fraktionen im Fürther Stadtrat von Lau distanziert haben, geht nun auch ihre eigene Partei auf Abstand: "Alle von Frau Lau veröffentlichten Statements und Artikel auf Facebook sind ihre persönliche Meinungsäußerung. Sie spiegeln in keinster Weise und nicht annähernd die Meinung und Einstellung der Freien Wähler wieder", heißt es in der Pressemitteilung. Und weiter: "Wir verwehren uns gegen jegliches populistisches Gedankengut und die Diskriminierung von Religionsgemeinschaften und ihrer Mitglieder. Dies entspricht nicht unserer freiheitlichen Glaubensausübung, der wir uns verpflichtet fühlen."

Interessant: Offenbar hatten ihre Parteifreunde vorab versucht, Lau wieder auf Kurs zu bringen. Sie sei von "mehreren Vorstandsmitgliedern gerügt" worden, schreiben die FW. "Leider wurde diese Warnung von ihr missachtet. Dies bedauern wir sehr."

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Mit der SPD hat nun auch die größte Fraktion im Stadtrat klare Worte zur Causa Lau gefunden. "Schon aus dem Selbstverständnis unserer Partei heraus, die immer rechte Populisten und Rassisten bekämpft hat, ist für uns klar, dass es keine Zusammenarbeit mit Rechten geben kann", macht die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Birgit Arnold klar. Und als Rechte müsse man Lau bezeichnen.

Auch zwei jüngere Vertreter des SPD-Fraktionsvorstands, Maurice Schönleben und Benedikt Döhla, melden sich zu Wort: "Mehrfach hat sich Frau Lau, die ich ungern als Kollegin bezeichne, rechtspopulistisch geäußert, beispielsweise in den Haushaltsberatungen zur Zeit der Flüchtlingskrise", erinnert Döhla.

Schönleben verweist auf Laus grundsätzliches Auftreten im Rat: "Sie hat sowieso nichts Konstruktives beizutragen. Wenn nicht gerade Wahlen sind, dann kommt von ihr so gut wie kein Impuls." Die Frage nach einer Kooperation mit Heidi Lau stelle sich daher schon allein aus diesem Grund nicht.

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