Rekord: Fürth zieht immer mehr Gäste an

Johannes Alles
Johannes Alles

Fürther Nachrichten

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12.2.2020, 07:37 Uhr

© Johannes Alles

Schon 2018 konnte Fürth eine besondere Marke knacken: Zum ersten Mal wurden in der Stadt mehr als 300 000 Übernachtungen gebucht. Der Grund für diesen Höhenflug lag damals auf der Hand. Zum einen hatten Hotels wie die Pyramide nach Betreiberwechsel und Umbaupause wiedereröffnet, zum anderen war mit dem "the niu saddle" in der Gebhardtstraße ein ganz neues Haus hinzugekommen. Die Zahl der Hotelbetten stieg steil an: auf exakt 2004.


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Mit 2030 Betten gibt es heute nur unwesentlich mehr. Dass die Übernachtungszahlen 2019 trotzdem auf ein neues Rekordergebnis kletterten – von rund 322 000 auf 363 000 –, muss also andere Gründe haben. Zumal, anders als 2018, auch kein Stadtjubiläum gefeiert wurde.

Für die Verantwortlichen der Fürther Tourist-Information (TI) steht daher fest: "Die Kleeblattstadt wird bei Geschäfts- und Freizeitreisenden immer beliebter." Gerade im Tagungs- und Kongressbereich entwickle sich Fürth gut, konnte TI-Leiterin Eike Söhnlein auf Nachfrage bei den hiesigen Hotels und Kulturanbietern erfahren. In der Stadthalle seien beispielsweise deutlich mehr Tagungen über die Bühne gegangen.

Großteil der Gäste aus Deutschland

Untermauert wird die gute Entwicklung von einer weiteren Zahl, den sogenannten Ankünften. Demnach haben im vergangenen Jahr 174 145 Gäste die Stadt besucht, ein Plus von 14,7 Prozent. Ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 2,1 Tagen. Mit 72 Prozent kam der Großteil der Gäste aus Deutschland, 28 Prozent stammten aus dem Ausland. Wer von ihnen Fürth als Tagungsgast und wer als Tourist besucht hat, lässt sich anhand dieser Daten nicht aufschlüsseln.


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So oder so spricht Wirtschaftsreferent Horst Müller von "sehr erfreulichen Zahlen" – vor allem im Vergleich zu den Nachbarn. Im Landkreis Fürth stagnierten die Übernachtungen bei einem leichten Rückkgang um 0,1 Prozent. In Erlangen lag das Minus bei 0,9, in Nürnberg bei 1,4 Prozent. "Das zeigt mir in Summe, dass unser Masterplan für Tourismus greift", sagt Müller. Wie berichtet, gibt das Rathaus bis 2025 fast eine halbe Million Euro aus, um Fürths Reize bekannter zu machen.

Zwei weitere Hotelprojekte könnten die Übernachtungszahlen künftig noch nach oben treiben. An der Stadthalle wird bereits gebaut, für die Wolfsgrubermühle laufen Müller zufolge "konkrete Planungen". Dass Fürth noch Luft nach oben hat, zeigt sich im Vergleich der absoluten Zahlen: Erlangen kam 2019 auf knapp über 500 000 Übernachtungen, Bamberg auf gut 386 000 und Nürnberg zählte dreieinhalb Millionen.

Run auf Stadtführungen

Doch schon jetzt entwickelt sich der Tourismus in Fürth zu einem ernstzunehmenden Wirtschaftsfaktor. Inzwischen kommen jährlich etwa sechs Millionen Gäste für einen Tagesausflug hierher. Das hat das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr im Rahmen einer Studie herausgefunden, laut der die Tourismusbranche in Fürth 2018 einen Bruttoumsatz von 242,3 Millionen Euro erwirtschaftete; 2010 waren es angeblich nur 182,2 Millionen Euro.


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Die Tourist-Info macht Fürths wachsende Beliebtheit auch am Run auf jene Stadtführungen fest, die von Gruppen gebucht werden können. Diese hätten in den vergangenen fünf Jahren um 76 Prozent auf über 600 Rundgänge pro Jahr zugelegt. Die Broschüren der TI sind Söhnlein zufolge ebenfalls sehr gefragt.

Da passt es gut, dass ein weiterer Meilenstein für die Tourist-Info in Sichtweite rückt: Ende 2020 oder Anfang 2021 soll sie deutlich repräsentativere Räume im dann frisch sanierten Hauptbahnhof beziehen. "Die Planungen für den Innenausbau und den Umzug", sagt Söhnlein, "laufen bereits auf Hochtouren."

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