Donnerstag, 01.10.2020

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Republikaner geehrt: Allianz gegen Rechts setzt im Streit nach

Fürths OB hatte die Auszeichnung zunächst verteidigt, lenkte später aber ein - 04.08.2020 20:00 Uhr

Seit 30 Jahren gehörte er dem Fürther Stadtrat an: Claus-Uwe Richter.

© Hans-Joachim Winckler


Die Verleihung des "Goldenen Kleeblatts" an  den Republikaner-Stadtrat Claus-Uwe Richter sei völlig "unverständlich", teilte die Allianz am Dienstag mit. Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) hatte die Auszeichnung nach Kritik aus Fürth und aus der Region zunächst verteidigt, weil damit nicht eine "Parteimitgliedschaft", sondern – neben anderen langjährigen Stadträten – Richter gewürdigt worden sei, der 30 Jahre Stadtrat war.


Republikaner geehrt: Allianz gegen Rechts kritisiert Stadt Fürth


Die Allianz verweist hingegen darauf, dass Richter 30 Jahre Zeit gehabt habe, aus dieser Partei auszutreten. "Nachdem er dies nicht getan hat, vertritt er auch deren Inhalte", betonte Allianz-Vorsitzender Stephan Doll. Auch der Vorwurf des OB, die Allianz denke "schwarz-weiß" ist für das Bündnis nicht stichhaltig. "Man darf eine klare Haltung nicht mit Schwarz-Weiß-Denken verwechseln", so der Nürnberger Regionalbischof Stefan Ark Nitsche als stellvertretender Allianz-Vorsitzender.

Um die Demokratie zu schützen, dürften Funktionäre von Parteien, die rechtsextreme oder rassistische Inhalte vertreten, keine Plattform bekommen. Die demokratischen Kräfte im Stadtrat sollten derartige Auszeichnungen auf den Prüfstand stellen. Die Fürther Grünen und die Linkspartei hatten sich bereits von der Ehrung distanziert, das Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus hatte sich empört gezeigt.

Gegenüber den FN hatte Jung bereits angekündigt, man werde sich Gedanken machen, wie man in Zukunft ohne den bisherigen Automatismus auf Kandidatensuche fürs Goldene Kleeblatt gehen könne.

fn/epd

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