Ausbildung in Medizin

Retter in der Box: Neues Institut für Notfallmedizin

22.5.2021, 15:32 Uhr
Die SIM.Box soll das Üben in realitätsnahen Szenarien erleichtern.

© Klinikum Fürth Die SIM.Box soll das Üben in realitätsnahen Szenarien erleichtern.

Eine Frau liegt mit geschlossenen Augen auf einer belebten Kreuzung. Menschen laufen an ihr vorbei. Stimmen ertönen überall um sie herum. Zwei Rettungssanitäterinnen knien an ihrer Seite - die Patientin kollabierte. Eine männliche Stimme dröhnt: "Kreislaufstillstand." Während die Ersthelferinnen daraufhin mit den Reanimationsmaßnahmen beginnen, ändert sich plötzlich die Szenarien.

Die Frau liegt nun nicht mehr auf einer Kreuzung, sondern neben einer Autobahn. Es sind keine Stimmen mehr zu hören, sondern das Tönen der vorbeifahrenden Autos. Dann, auf ein Mal, öffnet sich eine Tür. Die Übung ist vorbei. Sie fand in der neuen Sim.Box statt. Dabei handelt es sich um eine Übungsstätte für künftige Rettungssanitäterinnen und Sanitäter - wie Franziska Buchner und Christina Einsiedler, die neben der sehr realtitätsnahen Puppe auf dem Boden knien. Sie sind im zweiten Ausbildungsjahr an der gemeinnützigen Bildungseinrichtung "Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth" (AGNF).


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Diese Box, in der die Beiden kurz zuvor Reanimationsmaßnahmen geübt hatten, soll helfen, auf alle möglichen Szenarien in der Zukunft vorbereitet zu werden - und das scheint gut zu funktionieren.

"Mit den Projektionen an den Wänden und den Geräuschen, vergisst man total, dass das nicht real ist", sagt Buchner. Normalerweise üben sie vor den anderen angehenden Sanitäterinnen und Sanitätern in einem Klassenzimmer. Doch in der neuen Virtuell-Reality-Box, sei die Vorbereitung noch effektiver. "Man möchte die Puppe unbedingt retten", sagt Einsiedler "und blendet dabei alles andere komplett aus."

Veranstaltung vor Ort

Die Simulationswelt ist ein Teil des neuen Instituts für notfallmedizinische Bildung (INOB) in Fürth. Dort sollen zukünftig Menschen aus der Medizin, der Pflege und dem Rettungsdienst ausgebildet werden. Vergleichbare Zentren, wie das, beim dem das Klinikum Fürth und die AGNF als Träger agieren, gibt es nur wenige.

Am Freitag fand im Ludwig Erhard Zentrum in Fürth die Gründungsveranstaltung in Präsenz statt. Zuvor musste der Festakt aufgrund der Corona-Pandemie bereits mehrere Male verschoben werden. Zu Gast waren unter anderem die Verantwortlichen aus dem neuen Direktorium - Aufgeteilt ist das in Geschäftsführung und wissenschaftlicher Direktion. Daneben waren auch Innenminister Joachim Herrmann, Landtagsabgeordnete Petra Guttenberger, Landrat Matthias Dießl vor Ort, um bei dem Festakt dabei zu sein.

Ein Programm mit Fortbildungsinhalten gibt es bereits. Der Kalender samt Kursen und Dozenten ist auf der Internetseite des INOB, unter www.inob.org zu finden.

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