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Rettung für Fürths Hauptbahnhof rückt näher

Stadt, Bahn und privater Investor wollen bei der Sanierung Hand in Hand arbeiten - 24.03.2013 13:00 Uhr

Nach Jahren des Stillstands zeichnet sich eine Lösung für Sanierung und Umbau des Bahnhofgebäudes ab. Während die Stadt den Ostflügel (vorne) erwerben könnte, ist ein Investor interessiert, den Westflügel (verdeckt) zu übernehmen. Der Mittelteil bliebe in Händen der Bahn. © Hans-Joachim Winckler


Bahnchef Rüdiger Grube läuft für sein Leben gern. Im Juni 2010 nahm er zum ersten Mal am Metropolmarathon in Fürth teil, zu dessen Hauptsponsoren die Bahn AG zählt. Schon damals war es ein lang gehegter Wunsch der Stadt, dass sich die DB endlich des Sanierungsfalls Hauptbahnhof annehmen möge. Am Rande des Marathons weckte Grube zarte Hoffnungen: Mit dem Zustand des Gebäudes sei er „nicht einverstanden“, sagte er den FN. „Da muss dringend was gemacht werden.“

2011 schnürte Grube beim Metropolmarathon erneut die Laufschuhe. Weil der Hauptbahnhof nach wie vor ein trostloses Bild bot, trafen Fürths Rathauschef Thomas Jung und der Grüne Bundestagsabgeordnete Uwe Kekeritz den Bahnchef nach dem Zieleinlauf zum „Spitzengespräch“. Grube ließ durchblicken, dass die Bahnhofssanierung „hohe Priorität“ haben müsse.

Und 2012? Diesmal baten die FN um ein Gespräch – und der Bahnchef redete sich regelrecht in Rage. „Das Ding muss besser werden“, sagte er, meinte damit den Bahnhof und versprach: „Ich werde mich persönlich darum kümmern.“ Seitdem scheint Bewegung in die Angelegenheit zu kommen – wenn auch schleppend.

Die Bahn gab bei einem Architektenbüro eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, die klären soll, wie man das Gebäude in Zukunft nutzen kann. Wie berichtet, beteiligt sich die Kommune mit 25000 Euro an den Kosten dieses Gutachtens. Allerdings sei vereinbart, dass diese Summe mit einem Kaufpreis verrechnet wird, sollte die Stadt Teile des Bahnhofsgebäudes übernehmen.

Im Dezember hieß es von Seiten der Bahn, die Studie sei so gut wie abgeschlossen. In der vergangenen Woche wurde sie nun tatsächlich im Rathaus Oberbürgermeister Jung und Stadtbaurat Joachim Krauße vorgestellt – zwar unter Ausschluss der Öffentlichkeit, aber ein paar Details gab man auf Anfrage dann doch an die FN weiter. So plant man, den Bahnhof dreigeteilt zu entwickeln. Der Westflügel (in Richtung Post) steht für private Investitionen zur Verfügung, den Mittelteil will die Bahn behalten und teils selbst nutzen, teils vermieten. Den Ostflügel könnte die Stadt erwerben.

„Das klingt sehr vielversprechend“, sagte Rathauschef Jung am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung. Laut der Machbarkeitsstudie hätte im städtischen Flügel im Erdgeschoss die Tourist-Info Platz, im oberen Stockwerk könnte man den dringend benötigten Raum für Künstler-Ateliers schaffen. Zudem würde das Gebäude Jung zufolge endlich wieder „attraktive, gute Toiletten“ erhalten. Für den Westflügel gebe es bereits einen privaten Interessenten, sagt der Rathauschef und spricht – ohne einen Namen zu nennen – von einem Unternehmen, das bereits „in viele Bahnhöfe investiert“ habe.

Noch vor der Sommerpause wollen sich Stadt und Bahn erneut zusammensetzen, denn noch sind grundlegende Fragen offen, allen voran: Was werden Umbau und Generalsanierung kosten? Nicht zuletzt für den privaten Investor ist aber noch ein anderer Punkt entscheidend: Derzeit bewegen sich die Pendlerströme fast ausschließlich in der Passage unter dem Bahnhof, die mit dem Hauptgebäude nur über eine kleine Treppe verbunden ist. Das Architekturbüro soll sich nun Gedanken machen, wie man baulich Anreize setzen kann, um Passanten in das eigentliche Bahnhofsgebäude zu locken.

Nach all den Jahren sieht Jung die Entwicklung des Bahnhofs auf einem guten Weg, verhehlt aber nicht, dass noch einige Zeit ins Land gehen wird. An einen Baustart sei frühestens 2014 zu denken.

Von Johannes Alles

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