Freitag, 26.04.2019

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Rückkehr zur Vernunft gefordert

Bund Naturschutz fordert den Stopp der Planung des S-Bahn-Schwenks - 12.08.2010 15:00 Uhr

Anstelle eines neuen „Geisterbahnhofs im Niemandsland“ will der BN lieber den siedlungsnahen Bahnhof in Stadeln erhalten. © Hans-Joachim Winckler


Es sei ein planerisches und politisches Armutszeugnis, dass die Vorschläge für eine Lösung mit erheblich geringeren Eingriffen in die Kulturlandschaft und weniger Kosten nicht aufgegriffen würden, sagt der in Fürth beheimatete BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger.

Die Kritik der Naturschützer richtet sich gegen Herrmanns Bemerkung, „es sei letztlich nicht entscheidend, ob die Strecke ein paar Kilometer weiter links oder rechts verlaufe. Für die Stadt und die betroffenen Bürger ist laut Weiger aber nicht egal, ob eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Bahnangebots entsteht oder ob eine gravierende Fehlplanung auf Dauer in die Tat umgesetzt wird. Weiger: „Es darf keinen Geisterbahnhof im Niemandsland geben, nur weil man nicht bereit ist, eine Uraltplanung zu überarbeiten“.

Der BN fordert die Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn, in der bayerischen Staatsregierung und im Bundesverkehrsministerium dringend dazu auf, die bisher zugrunde gelegten Pläne zu ändern, um die Realisierung einer gravierenden Fehlplanung noch rechtzeitig zu verhindern.

Grundsätzlich begrüßt der BN die Einrichtung eines attraktiven S-Bahn-Verkehrs zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen. „Der immer noch geplante S-Bahn-Verschwenk im Bereich der Stadt Fürth ist nicht nur überflüssig, sondern in mehrfacher Hinsicht auch schädlich“, betont der Fürther BN-Kreisvorsitzende Reinhard Scheuerlein.

Mit einem enormen Flächenverbrauch und einer gravierenden Zerschneidung der Landschaft stelle diese Planung einen krassen Widerspruch zu dem Ziel eines sparsamen und schonenden Umgangs mit Grund und Boden dar. Zu diesem Ziel haben sich sowohl die Bayerische Staatsregierung im „Bündnis zum Flächensparen“ als auch die Bundesregierung in ihrer „Nachhaltigkeitsstrategie“ verpflichtet. Zudem würde mit dem geplanten S-Bahnhof Steinach nach Auffassung des BN ein „Geisterbahnhof im Niemandsland“ erreichtet. Denn der Fürther Stadtteil Steinach zählt gerade einmal 50 Seelen. Und dass die Verschwenk-Planer den Bedarf für einen S-Bahnhof weitgehend mit einem noch gar nicht vorhandenen Möbelhaus rechtfertigen, stellt für den BN ein beispielloses Armutszeugnis dar. Somit gibt es nach Auffassung der Organisation keinen ausreichenden Nachweis für den Bedarf dieser S-Bahn-Station, die anstelle des bisher angefahrenen Bahnhofs Vach in Stadeln gebaut werden soll.

Zudem weist die Planung der Bahn für den Verschwenk nach Ansicht des BN erhebliche zeitliche und finanzielle Risiken auf. Durch viele Einzelaspekte dränge sich der Eindruck auf, dass die Verschwenk-Planung schön gerechnet wurde, um ein einmal gewähltes Planungskonzept trotz völlig veränderter Rahmenbedingungen nicht mehr ändern zu müssen.

Der BN ist jedoch der Auffassung, dass es nun nicht den Kritikern der Verschwenk-Lösung angelastet werden darf, dass die Bahnplaner nicht willens oder in der Lage waren, die von Anfang an geäußerten Bedenken an der Trassenführung rechtzeitig zu berücksichtigen. 

fn

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