Rudi Hirschmann ist auch mit 70 ein „Häuptling“

14.10.2013, 13:17 Uhr
Rudi Hirschmann (rechts) mit Mitgliedern der Meistermannschaft von 1976/77.

Rudi Hirschmann (rechts) mit Mitgliedern der Meistermannschaft von 1976/77. © Leberzammer

„Unser Häuptling wird 70“, so begrüßte Hirschmanns Stellvertreter Jochen Winner die über 100 Gäste im FSV-Vereinsheim, „und wenn der Rudi feiert, sind wir selbstverständlich dabei“. Einen wie ihn werde es wohl in Zukunft nicht mehr geben, einen, der sich mit vollem Einsatz ein Leben lang seinem FSV verschrieben hat.

Die Bilder, die von Hirschmann auf den Fußplätzen der Region, bei Feiern und Ausflügen aufgenommen wurden, sind fast so unzählig wie seine ehrenamtlichen Stunden im Dienste des Vereins. Während sich die Gratulanten vorne mit Superlativen geradezu überbieten, flimmern im Hintergrund Schwarzweiß- und Farb-Fotos aus Hirschmanns Zeit als aktiver Kicker, als Funktionär und hilfsbereiter Freund und Nachbar: Rudi Hirschmann wie er dem Ball in einer matschigen Pfütze hinterhergrätscht, wie er stolz neben Spielern zum Mannschaftsfoto posiert oder wie er in geselliger Runde, das Bierglas in der Hand, feiert.

Die Zahlen seiner Karriere sind nicht weniger beeindruckend: Als 14-Jähriger war er Gründungsmitglied des Vereins, bestritt später zwischen 1961 und 1981 810 Spiele für die erste Mannschaft. Der Ehrenspielführer ist damit deren „absoluter Rekordspieler“, wie Winner anmerkte. Der häufig strapazierte Begriff vom „Urgestein“, den Bürgermeister Markus Braun in seinem Grußwort wählt – bei Rudi Hirschmann passt er. Weil er von Anfang an dem FSV Stadeln treu war und als der zentrale Pfeiler in der Vereinsgeschichte dessen Aufstieg „zum Aushängeschild in ganz Bayern“ prägte.

Die Lobreden lässt der Jubilar ein wenig verschämt, aber mit Stolz über sich ergehen. Dabei kann Hirschmann auch anders als „mild und verständnisvoll lächeln“, wie die Stadtspitze aus eigener Erfahrung weiß. „Er ist ein ‚Gschäftlasmacher‘ im besten Sinne“, sagt Markus Braun über ihn, „ein hartnäckiger Kämpfer nicht für sich, sondern immer für den Verein.“

Auch OB Thomas Jung freut sich noch immer über jeden Anruf von ihm im Rathaus, „auch wenn es hinterher häufig nicht billig wird.“ Als Mensch und für den Verein sei „der Rudi eigentlich unverzichtbar und unersetzlich“, so Jung, der hervorhob, dass sich Hirschmann systematisch um seine Nachfolge kümmere, damit das große Lebenswerk fortgeführt werde. Laut Jung als einziger Fürther erhielt Hirschmann gestern neben unzähligen Glückwünschen das Goldene Kleeblatt der Stadt zum zweiten Mal.

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