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S-Bahn: 20-Minuten-Takt ab dem Jahr 2020

Ergebis eines Gipfeltreffens in Berlin - Schwenk immer noch nicht beerdigt - 25.01.2018 14:00 Uhr

Auch der Bahn-Haltepunkt Unterfarrnbach soll bis 2020 endlich ausgebaut werden. © Ralf Rödel


Auf Einladung von Bundesminister Christian Schmidt waren Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung, Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann und Bahn-Vorstand Ronald Pofalla in der Bundeshauptstadt zusammengekommen. Der Fürther Rathauschef hegte zuvor die Hoffnung, dass der von der Stadt seit zwei Jahrzehnten bekämpfte Schwenk endgültig zu den Akten gelegt wird, schließlich hatte das Bundesverwaltungsgericht den Planfeststellungsbeschluss für das Projekt als rechtswidrig bezeichnet.

Allerdings: Der Schwenk ist immer noch nicht tot. Das Gericht habe eine faire Abwägung der beiden Trassen gefordert, lautete ein Argument dafür, ihn noch nicht zu beerdigen. "Deshalb werden jetzt noch einmal beide Varianten untersucht", sagt Thomas Jung, "diesmal aber gleichberechtigt, ergebnisoffen und fair." Jung ist nach wie vor fest davon überzeugt, dass eine derartige Prüfung am Ende "nur die Bestandstrasse zum Ergebnis" haben kann.

Da alles wieder auf Null gesetzt werde, geht Jung davon aus, dass mit einem Ergebnis wohl frühestens in zwei oder drei Jahren zu rechnen ist. Um den gewünschten 20-Minuten-Takt für die S-Bahn früher zu erreichen, wurde bei dem Treffen in Berlin festgelegt, dass die Bahn Weichen einbaut, um das Gleis im Fürther Bogen vorzeitig – nämlich bis 2020 – anzuschließen. Parallel baut die DB den S-Bahn-Halt Unterfarrnbach aus.

"Mehr war nicht drin", fasst Jung die Verhandlungen zusammen und erzählt mit einer gewissen Genugtuung: "Die Gespräche mit der Bahn verliefen zum ersten Mal auf Augenhöhe." Die jüngsten Entwicklungen hätten die Ausgangslage verändert, sagt er und verweist auf die Niederlage der Bahn vor dem Bundesverwaltungsgericht sowie auf die Geschlossenheit, mit der die Region ihm zufolge inzwischen auftritt: Nach Jungs Worten fordern inzwischen auch die Oberbürgermeister von Nürnberg, Erlangen und Schwabach, nicht länger am Schwenk festzuhalten.

Thema der Gespräche war auch der geplante sieben Kilometer lange Güterzugtunnel zwischen Nürnberg-Doos und Fürth-Kronach. Gegenwärtig rangiert das 300-Millionen-Projekt nur noch unter ferner liefen. Bis Mitte dieses Jahres, heißt es nun, soll eine Entscheidung fallen, ob der Tunnel kommt oder nicht. "Wir wollen diesen Tunnel unbedingt", machte Jung die Position der Stadt Fürth klar, "allein schon, um die Menschen vom Lärm zu entlasten."

  

JOHANNES ALLES

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