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Donnerstag, 25.04.2019

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S-Bahn-Verschwenk: Keine weitere Gutachteritis

Vorschlag des VCD stößt auf Ablehnung - 26.11.2010 11:00 Uhr

Arbeiten an der Schallschutzwand auf Höhe der Würzburger Straße in Fürth mit Blick Richtung Cadolzburger Brücke © Hans-Joachim Winckler


Wie berichtet, kam eine von der Stadt in Auftrag gegebene Untersuchung im März zu dem Ergebnis, dass eine S-Bahn-Trasse entlang der vorhandenen Gleise drei Millionen billiger wäre als der in Fürth heftig bekämpfte Schwenk durchs Knoblauchsland. Nach einer neuen Expertise hingegen — Auftraggeber war diesmal der Freistaat Bayern — würde sich die sogenannte Bestandstrasse nicht rechnen.

Die Ortsgruppe Fürth des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), die den Verschwenk „aus verkehrs- und stadtplanerischer Sicht unsinnig“ findet, hat nun ein drittes, „neutrales“ Gutachten gefordert. Ein Vorschlag, dem andere Verschwenk-Gegner skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen.

Sinn bezweifelt

Davon halte sie „gar nichts“, meint SPD-Bundestagsabgeordnete Marlene Rupprecht. „Denn dann wird sich der Streit wieder um die zweite Nachkommastelle der Kosten-Nutzen-Analyse drehen und nicht darum, welche Trasse den Nahverkehr konkret am besten, günstigsten und umweltschonendsten voranbringt.“ Statt einer „weiteren Gutachteritis“ plädiert Rupprecht für einen Ortstermin mit Vertretern der Stadt, der Staatsregierung, der Bahn, des Aktionsbündnisses „Pro S-Bahn ohne Verschwenk“ und des Bundestagspetitionsausschusses. Im Bemühen, den Verschwenk auf jedem denkbaren Weg zu stoppen, hat das Bündnis Petitionen im Land- und Bundestag eingebracht, die zurzeit auf Eis liegen.

Ein Treffen vor Ort hatte Oberbürgermeister Thomas Jung früher schon angeregt. Den Sinn eines dritten Gutachtens indes bezweifelt er. „Wer soll das dann bezahlen?“, fragt er und weist darauf hin, dass jeder Auftraggeber, ob Stadt, Freistaat oder Naturschützer, eigene Interessen habe. 

Birgit Heidingsfelder

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