Schaukel ist das Schönste am Hof

13.11.2009, 00:00 Uhr
Schaukeln Sie doch auch mal! Ohne Berührungsängste begrüßten die Schüler aus der Schwabacher Straße Oberbürgermeister Thomas Jung zur Besichtigung des umgestalteten, spielerischen Pausenhofs.

© Pfeiffer Schaukeln Sie doch auch mal! Ohne Berührungsängste begrüßten die Schüler aus der Schwabacher Straße Oberbürgermeister Thomas Jung zur Besichtigung des umgestalteten, spielerischen Pausenhofs.

Monika Götz fasst das Ergebnis kurz und knapp zusammen: «Die Langeweile ist weg», sagt die neue Schulleiterin. Wo früher über 2000 Quadratmeter Asphalt gepflegte Öde verbreiteten, quetschen sich ihre Schüler heute in die schwingende Hängematte, klettern über Baumstämme und sausen mit dem Tischtennisschläger um die Platten.

Die Umgestaltung ging schneller als gedacht: Eine Schülergruppe hatte den Oberbürgermeister im Rathaus besucht, der sagte spontan zu und nach einem halben Jahr Planungsphase rückte in den Sommerferien das Grünflächenamt an.

Einzige Bedingung: Der Verkehrsparcours, auf dem auch die vierten Klassen der Frauen- und Rosenschule und vom Kirchenplatz die Radfahrprüfung ablegen, musste erhalten werden. Kein Problem. «Jetzt müssen die Pausen verlängert werden», scherzt Oberbürgermeister Thomas Jung, der bei der Besichtigung von Kindern umlagert ist und auch auf die Mittelschule angesprochen wird.

Tatsächlich ist der Pausenhof inzwischen so begehrt, dass manchmal Kinder nach Hause geschickt werden müssen. Schulsozialpädagoge René Beckmann bietet deshalb schon an einem Nachmittag einen «offenen Hof» bis 14.30 Uhr an. In den Pausen sorgen «Pausenhelfer» aus den neunten Klassen für Ordnung.

Überhaupt hat sich einiges verändert: Die Schülerzahl ist in den vergangenen zwei Jahren dramatisch um 100 auf 330 Mädchen und Jungen in 17 Klassen gesunken. Das Angebot einer Kombi-Klasse für erste und zweite Jahrgangsstufe aber sorgt für neues Interesse.

Die Schule strengt sich an: Modellschule für neue Medien ist sie schon, legt einen Schwerpunkt auf Persönlichkeitsbildung und kann - auch weil über die Hälfte der Schüler Migrationshintergrund hat - mit durchschnittlich nur 20 Schülern pro Klasse punkten.

Die Schule freut sich, dass ein fester Hausmeister feste zupackt und morgens auch belegte Semmeln anbietet. Und im nächsten Jahr will Götz den Umbau der Schwabacher Straße zur «offenen Ganztagsschule» forcieren.