Schlammschlacht um das nächste Fürther Hotel

19.9.2017, 15:22 Uhr
Plötzliches Aus: Das Hotel am Forum hat zu, wird saniert und soll in anderer Form wiedereröffnet werden.

Plötzliches Aus: Das Hotel am Forum hat zu, wird saniert und soll in anderer Form wiedereröffnet werden. © Foto: Hans Winckler

Auch für die Mitarbeiter der Fürther Tourist-Information kam die Nachricht völlig überraschend. "Uns hat ein Gast angerufen, dass er umbuchen muss", schildert Eike Söhnlein, wie sie vom Ende des "Hotel am Forum" erfahren hat. In den vergangenen Jahren habe man mit den Betreibern gut zusammengearbeitet. "Wir hatten nicht den Eindruck, dass es schlecht läuft."

Irgendwo muss allerdings der Wurm drin sein. Sowohl die Eigentümerin des Gebäudes, die Optimab GmbH aus Nürnberg, als auch das Betreiberpaar bestätigten gegenüber den FN heftige Streitigkeiten, die aus dem Pachtverhältnis herrühren.

Wie berichtet, hatte schon im vergangenen Jahr die Hotel Pyramide am Europakanal mit einem hässlichen Rechtsstreit für Schlagzeilen gesorgt: In der Schlammschlacht, die letztlich vor Gericht landete, ging es um Mängel am Gebäude sowie um Mietkürzungen. Offenbar gibt es Parallelen zu dem aktuellen Fall.

Fest steht: Das kleine Hotel neben der Foerstermühle hat inzwischen geschlossen. Die Pächter vermieten nur noch sechs Appartements, die ihnen selbst gehören. Die restlichen Zimmer im Eigentum der Optimab GmbH – etwa 50 an der Zahl – sowie die Rezeption sollen in den kommenden Monaten renoviert werden.

Sämtliche Bäder werden erneuert, heißt es. Die Zimmer erhalten einen frischen Anstrich, zum Großteil neue Möbel und kleine Küchen. Denn: Die Optimab GmbH will die Zimmer nach Abschluss des Umbaus längerfristig vermieten – etwa an Studenten, Handwerker oder Berufspendler. Mit diesem Modell habe das Unternehmen bereits in dem unlängst sanierten Wohn- und Geschäftshaus Nürnberger Straße 22-24 gute Erfahrungen gemacht.

Im Rathaus dürfte man den Streit um die Zukunft des Hotels genau verfolgen. Ganz unabhängig davon, dass die Stadt dabei ist, sich touristisch neu aufzustellen, bleibt Wirtschaftsreferent Horst Müller bei seiner Meinung, dass Fürth mehr Hotelbetten vertragen kann. Und das, obwohl für die nahe Zukunft bereits ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar ist.

"Wir sind noch im Austausch"

Wie ebenfalls berichtet, wird in den ersten Monaten des nächsten Jahres ein 103-Zimmer-Haus in der Gebhardtstraße eröffnen. Bereits am 1. November will die Hotel-Pyramide nach einer Sanierung und unter dem neuen Namen Excelsior Hotel Nürnberg-Fürth zurückkehren. Mitte 2018 ist außerdem Baustart für ein Holiday Inn Express mit 145 Zimmern an der Stadthalle. Dass Müller an ein noch größeres Potenzial für Fürth glaubt, liegt hauptsächlich an einem "Überlauf an Gästen aus Nürnberg", wie er den FN erst vor vier Wochen sagte.

Müller hofft daher auch inständig, dass sich eine Lösung für das Hotel Forsthaus ergibt: Hier verhandeln die Pächter, die NH-Kette, und der Besitzer, die Düsseldorfer Clees Unternehmensgruppe, schon seit Wochen darüber, wer die Kosten für die notwendige Sanierung des 111-Zimmer-Hauses am Stadtwald übernimmt.

Die Rede ist von einem stattlichen einstelligen Millionenbetrag. Eine Einigung konnte bislang nicht erzielt werden. "Wir befinden uns noch im Austausch", sagte eine NH-Sprecherin am Montag den FN.

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