Samstag, 28.11.2020

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Schlechte Arbeit? Glasfaser-Baustellen verärgern Zirndorfer Bürger

Im Rathaus landen Beschwerden über mangelhafte Ausführung und fehlende Absicherungen - 07.11.2020 12:00 Uhr

Die Bauarbeiten zur Verlegung des Glasfasernetzes sorgen für Ärger. Was morgens aufgegraben wird, ist oft abends bereits wieder verfüllt. Allerdings vorerst nur provisorisch, wie ein Unternehmenssprecher betont.

03.11.2020 © Foto: Thomas Scherer


Es blieb nicht bei den Beschwerden Wintersdorfer Anlieger, die sich an der großen Verteilerstation der Deutschen Glasfaser vor ihren Gärten stören. Weitere Bürger haben Klagen über mangelhafte Bauausführungen im Zusammenhang mit der Verlegung der Glasfaserleitungen in Zirndorfs Ortsteilen Wintersdorf und Bronnamberg an die FN-Redaktion herangetragen.

Thomas Rieß, Ordnungsamtschef im Rathaus Zirndorf, ist quasi tagtäglich mit Anrufen aus den Ortsteilen befasst, die fehlende Baustellen-Absicherungen oder die Qualität der Arbeit bemängeln, wie er sagt. "So schnell, wie die da die Straßen aufreißen, bin ich gar nicht draußen, um zu kontrollieren, geschweige denn den Beschwerden nachzugehen." Er sei deswegen wiederholt mit einem Bauleiter in München in Telefonkontakt.

Beklagt wird Rieß zufolge zudem, "dass die Kommunikationsmöglichkeiten mangels Deutschkenntnissen der Bauarbeiter gegen null gehen". Im Landkreis sind derzeit für die Deutsche Glasfaser vier Kolonnen mit je zehn bis zwölf Mitarbeitern unterwegs. Sie sind Beschäftigte einer griechischen Firma, die als Generalunternehmer beauftragt ist.

Ohne Vorwarnung aufgegraben

Im Einzelnen beklagt eine Bronnambergerin beispielsweise, dass die Arbeiter an einem Freitagnachmittag die Baustelle unaufgeräumt und ungesichert hinterlassen hätten. Der Schlamm, der beim Auffräsen des Asphalts ausgespült wurde, habe den Gehsteig übers Wochenende unpassierbar gemacht. Ohne Vorwarnung sei die Straße vor ihrem Grundstück aufgegraben worden, Ausschachtung und Aushub hätten den Zugang zum Grundstück sowohl über die Garagenzufahrt als auch übers Gartentor einen ganzen Tag blockiert.

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Ein Wintersdorfer hat sich mit seinen Beschwerden an die Bau-Hotline gewandt, habe tagelang herumtelefoniert, weil die Furche vor der Haustür zur ungesicherten Stolperfalle geworden war, berichtet er. Schließlich habe eine "Dame mit Klemmbrett" von der Bautruppe veranlasst, dass die Rille geschlossen wird. Doch jetzt rage ein eingelegtes Bitumenband mehrere Zentimeter hoch in den Weg – wieder eine Stolperfalle.

Nur provisorisch verschlossen

Unternehmenssprecher Dennis Slobodian verweist auf eben jene Hotline, Telefon (0 28 61) 89 06 09 40, die der Wintersdorfer mit wenig Erfolg kontaktierte. Zudem sei der beauftragte Generalunternehmer verpflichtet, einen deutschsprachigen Bauleiter vor Ort zu haben, sagt Slobodian. Zu erkennen sei der an der gelben Sicherheitsweste. Da es sich beim Ausbau der Glasfaserinfastruktur um ein großes, sehr komplexes Projekt handle, "können Komplikationen aber nicht ausgeschlossen werden".

Allerdings gibt er zu bedenken, dass die Oberflächen zunächst provisorisch verschlossen würden. Oft werde fälschlicherweise angenommen, dass das Provisorium von Dauer sei. Erst nach der Fertigstellung der Hausanschlüsse würden Gehsteige und Straßen wieder ordnungsgemäß hergestellt. "Wir gehen erst, wenn alles wieder so ist wie vor den Bauarbeiten", so Slobodian.

Regelmäßige Kontrollen und ein Gerücht

Mitarbeiter vor Ort überprüften kontinuierlich, dass Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Regelmäßig fänden Baubesprechungen mit der Gemeinde statt. Festgestellte Mängel, versichert Slobodian, würden sofort aufgearbeitet.

An dem Gerücht, in einer Unterkunft der Mitarbeiter des Generalunternehmens sei es bereits im September zu einem größeren Covid-19-Ausbruch gekommen, ist Slobodian zufolge allerdings nichts dran. Tatsächlich sei ein Mann, der in Großhabersdorf im Einsatz war, positiv getestet worden.

Corona bremste nur vorübergehend

Das Generalunternehmen habe jedoch sehr schnell und verantwortungsbewusst reagiert und den Mitarbeiter, seine Kolonne und zwei weitere Bautrupps, die in Wintersdorf im Einsatz waren, sofort in Quarantäne geschickt. Den Teams sei es aber nach wenigen Tagen, als weitere Infektionen ausgeschlossen werden konnten, möglich gewesen, wieder zu arbeiten.

Untergebracht seien die Mitarbeiter zu Dreier- und Vierergruppen in angemieteten Wohnungen. "Das Thema Corona behandeln auch wir sehr sensibel", sagt der Unternehmenssprecher. "Wir verfolgen ein umfangreiches Hygienekonzept, dazu gehören rollierende und zufällige Tests."

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