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Schluss mit gratis: Was jetzt für Corona-Tests in Fürth gilt

Birgit Heidingsfelder
Birgit Heidingsfelder

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11.10.2021, 18:50 Uhr
Bleibt Anlaufstelle für Menschen, die einen Corona-Schnelltest brauchen: Die Teststrecke auf der Hardhöhe, hier mit Mitarbeiter Richard Bartsch.

Bleibt Anlaufstelle für Menschen, die einen Corona-Schnelltest brauchen: Die Teststrecke auf der Hardhöhe, hier mit Mitarbeiter Richard Bartsch. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Fest steht: Die Testzentren, die im Auftrag der Stadt und des Landkreises Fürth betrieben werden, sind nun nur noch für jene da, denen auch künftig Gratis-Tests zustehen, also beispielsweise für: Menschen, die nicht geimpft werden können; Schwangere; Personen, die einen Test zum Beenden einer Quarantäne brauchen; Kinder und Jugendliche, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (bis Jahresende); Besucher und Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung; Studierende (bis 30. November).

Trotz etlicher Berechtigter vermutet Klaus Meyer von der AGNF, die mit dem BRK kommunale Teststrecken wie das Schnelltest- und das PCR-Testzentrum in Fürth-Atzenhof betreibt, dass die Nachfrage eher schwach sein wird. Doch das ist gewollt. Immer wieder haben Bundes- und Landesregierung betont, dass allen Bürgern ab zwölf Jahren ein Impfangebot gemacht werden konnte – und dass pauschale Tests auf Kosten der Solidargemeinschaft vor diesem Hintergrund nicht mehr zu rechtfertigen seien.

Neue Corona-Teststationen in Fürth?

Weil im Freistaat an den von den Kommunen beauftragten Teststellen - anders als bei Apotheken und Schnelltestzentren privater Anbieter - keine Bezahltests angeboten werden dürfen, überlegen AGNF und BRK nun, so Meyer, Stationen "außerhalb der öffentlichen Beauftragung zu eröffnen". Eine Entscheidung kündigte er für diese Woche an. Als Standort komme das Gelände des BRK-Katastrophenschutzzentrums in Atzenhof in Frage, doch sei die interne Abstimmung im Gang und noch nichts entschieden.

Auch wenn das folglich Zukunftsmusik ist, äußert sich Meyer zu den mutmaßlichen Kosten. Marktüblich seien zirka 20 Euro für einen Antigen-Schnelltest, "und in diesem Rahmen würde das bei uns auch liegen". Zu den Kosten für die exakteren PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden, könne er "noch keine Aussage treffen". Am Nürnberger Flughafen sind dafür Preise zwischen 59 und 149 Euro zu bezahlen.

Die Schnellteststation in der Ladenzeile auf der Hardhöhe etwa bietet keine PCR-Tests an, bleibt aber Anlaufstelle für Menschen, die auf die Schnelle einen Abstrich wünschen oder brauchen. Laut Steffen Hardt, Leiter der Kieselbühl-Apotheke, die die Einrichtung zusammen mit der West-Apotheke betreibt, gibt es hier Schnelltests für 17,50 Euro. Wichtig: Zuvor muss ein Termin vereinbart werden. Die Kontaktdaten findet man auf der Homepage der Stadt, www.fuerth.de, unter der Rubrik "Testmöglichkeiten auf einen Blick". Dort sind diverse Anbieter gelistet.

Beim Blick auf die Liste dürften Nachtschwärmer rasch registrieren, dass das Medic-Center Nürnberg im Gewerbepark Süd neben Schnelltests auch PCR-Tests ohne Anmeldung "als Walk-In oder Drive-In" anbietet. Denn: Negative PCR-Tests sind nach der 3G-plus-Vorschrift neuerdings Voraussetzung für durchtanzte Nächte in Clubs und Diskotheken. Inzwischen überlegen Betreiber, ob sie nur noch Geimpfte uns Genesene einlassen, also auf die 2G-Regel setzen.

PCR-TEST: Nicht billig

Hinzu kommt: Wirten und Veranstaltern steht es ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 frei, den Zutritt über PCR-Tests zu regulieren. Ihre Gäste müssen dann beim Konzert keine Maske tragen, es gelten keine Personenobergrenzen, und bei Sport- und Kulturveranstaltungen mit mehr als 1000 Leuten darf Alkohol ausgeschenkt werden.

Billig aber ist das für den Einzelnen nicht. "Wir müssen auf Basis der Gebührenordnung für Ärzte abrechnen", sagt Medic-Center-Geschäftsführer Michael Langer. Ein "PCR-Wunschabstrich", dessen Ergebnis aktuell am nächsten Tag beispielsweise über die Corona-Warn-App mitgeteilt werde, komme dann "in der Regel auf um die 100 Euro"; der Schnelltest koste 25 Euro.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat erneut appelliert, sich gegen Corona impfen zu lassen. Die Impfung biete den größten Schutz für den Einzelnen und die Allgemeinheit. Zugleich betonte er: Wer Symptome habe, zum Arzt gehe und sich testen lasse, müsse diese Tests auch in Zukunft nicht selbst bezahlen.

Arztpraxen: Nachfragen, ob ohne Symptome getestet wird

Dr. Christian Schell, HNO-Arzt und Sprecher des Ärztenetzes Fürth, bestätigt das – und er erklärt: Es sei eine politische Entscheidung, dass ungeimpfte Personen ohne Krankheitssymptome für die Testungen selbst aufkommen sollen, um die Vorzüge des Status "getestet" zu erhalten.

Die Ärzte des Ärztenetzes kümmerten sich primär um die Versorgung erkrankter Menschen, so Schell. "Ob ein Arzt kostenpflichtige Tests bei asymptomatischen Personen durchführt und welche Kosten entstehen, ist in der jeweiligen Praxis zu erfragen."