Schöne, gefährliche Lage am Fluss

13.1.2011, 11:00 Uhr
Wenn die Pegelstände so sehr ansteigen wie am vergangenen Wochenende, fahren Einsatzkräfte der Fürther Feuerwehr alle vier Stunden bei diesem Gebäude am Schießplatz vorbei, um den Wasserstand zu überprüfen.

Wenn die Pegelstände so sehr ansteigen wie am vergangenen Wochenende, fahren Einsatzkräfte der Fürther Feuerwehr alle vier Stunden bei diesem Gebäude am Schießplatz vorbei, um den Wasserstand zu überprüfen. © Martin Bartmann

Der Bund Naturschutz (BN) erinnert in schöner Regelmäßigkeit daran, wie wichtig es sei, die breiten Talauen unbebaut zu lassen. Ein besseres Mittel gegen überflutete Keller gebe es nicht. Mit der Situation in Fürth ist der BN recht zufrieden, mit einer Ausnahme: Der Bereich rund um die U-Bahn-Station Stadthalle liege wie eine Insel inmitten der ursprünglichen Talaue. Eine idyllische Lage, die bei extremem Hochwasser allerdings nicht ungefährlich sei. Tatsächlich muss die Fürther Feuerwehr bei Hochwasser ein Auge auf die Gegend haben. Wenn das Wasser so hoch steht wie am vergangenen Wochenende, kontrollieren Einsatzkräfte sogar alle vier Stunden, ob das Gebäude am Schießplatz, das besonders niedrig liegt, noch sicher ist.

Ein anderer Einsatz führte sie ganz in die Nähe, in die Wilhelm-Löhe-Straße. Die Keller zweier Häuser stehen bis heute unter Wasser. Auch die Pumpen, die vorausschauend in den Häusern installiert wurden, waren diesmal überfordert. „Das Wasser kommt sofort wieder nach“, sagt Hausmeister Heiko Lippold, der zurzeit nachts alle drei Stunden nachsieht, ob sich die Situation verschlimmert habe. Hausbesitzerin Karin Ott glaubt, dass Kanalwasser eindringt — dabei habe sie doch vor ein paar Jahren kräftig mitbezahlen müssen, als die Stadt das Kanalnetz auf Vordermann brachte. Besonders geärgert habe sie sich, als ihr ein Mitarbeiter der Stadtentwässerung sagte, dass „die Stadt nun dichte Kanäle, die Anwohner dafür aber feuchte Keller“ hätten.

Dem Betriebsleiter der Kläranlage, Herbert Belian, sind solche Fälle nicht bekannt. Allerdings seien Hausbesitzer verpflichtet, Keller, die unter dem Kanalniveau liegen, mit Rückstauverschlüssen auszustatten. Sind sie intakt, bleibe der Keller trocken. Drücke dagegen Grundwasser durch die Hauswand, müssten andere Vorkehrungen getroffen werden. Belian nennt das Stichwort „weiße Wanne“, wasserundurchlässigen Beton also, der das Haus von unten schützt.

Kräftige Regenfälle werden das Hochwasser in Fürth wieder steigen lassen, prophezeien derweil die Experten.