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Freitag, 18.10.2019

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Schülercoach trifft Bundespräsident

Peter Held hat das «Cadolzburger Modell» in Berlin vorgestellt - Stiftung gegründet - 21.05.2008

Stapelweise Anfragen von Schulen zu «Schülercoach» landen auf Peter Helds Schreibtisch. Der Cadolzburger Rentner schreibt mit dem Projekt eine Erfolgsgeschichte, deren Ende noch nicht abzusehen ist. © Esterl


Der eigentliche Grund für Helds Berlin-Präsentation liegt jedoch in der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten. In ihr fand Peter Held die Grundpfeiler seiner Coaching-Idee wieder. Bundespräsident Horst Köhler malte darin aus, was wohl passiert, wenn Jung und Alt in Deutschland entdeckten, was sie «gemeinsam» erreichen könnten.

Sozusagen «pro forma» informierte Held den Bundespräsidenten, dass bereits ein funktionierendes Generationsportal «existiert». Mitten in Franken, an 22 Schulen. In Kurzform: Ein Erwachsener steht einem Hauptschüler mit Problemen in der Schule als Coach auf dem Weg zum Abschluss bei und verhilft ihm im Idealfall zu einer Lehrstelle.

Dann kam die Einladung: «Es war ein großer Moment im Schloss Bellevue», sagt Held stolz. Sein Vortrag überzeugte auf breiter Front. Für ihn und seine derzeitigen Helfer steht jedoch weiter viel Arbeit auf dem Plan. An die 30 Schulen hängen derzeit in der Warteschleife, um aktiv einzusteigen. In Kürze folgt die Eröffnung eines Servicebüros seiner Stiftung «Der Schülercoach» und geplant sind Wochenendseminare für die angehenden Projektleiter der Schulen. Hoffnungsvoll blickt er auf einen bayernweiten Start als Pilotprojekt mit wissenschaftlicher Auswertung.

In keinem Fall möchte Held derzeitig eine Verzögerung. Nach seinen Worten wird der bayerischen Wirtschaft bereits prognostiziert, dass in zehn Jahren ein spürbarer Mangel an ausgebildeten Kräften droht, und die Mehrheit der jährlichen Hauptschulabgänger ohne Abschluss sei weder teamfähig noch motivierbar und schon gar nicht zu einer Ausbildung bereit. Und gerade hier wirken die Coaches positiv ein.

Letztendlich, sagt Held, ist alles eine Kostenfrage - auch wenn die Coaches ehrenamtlich wirken. Dafür gehen der logistische Aufbau und die mediale Verbreitung ins Geld. Helds Ziel: 352 000 Schülercoaches bundesweit, denn so viele junge Menschen leben von Transferleistungen.

Der wichtigste Schritt für eine bundesweite Realisierung des «Miteinander von Jung und Alt» ist ihm zufolge aber, dass Ausbildungsaktionen nicht nur regional, sondern flächendeckend vernetzt und dazu alle ehrenamtlichen Mitstreiter im Coaching-Projekt professionell organisiert werden.

Spendenkonto: «Stiftung Der Schülercoach», Konto 40 020 612, Sparkasse Fürth, BLZ 762 500 00.

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