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Schulterschluss gegen den S-Bahn-Schwenk

Führende CSU-Politiker kündigen stärkeren Widerstand an - «Keine Notwendigkeit» - 07.12.2009

Auf Hochtouren laufen die Bauarbeiten für die S-Bahn-Strecke Richtung Forchheim, hier auf Höhe von Unterfarrnbach. Doch ob es bei der geplanten Streckenführung weiter im Norden von Fürth bleibt, wird immer ungewisser.

© Händel


«Die Streckenführung im Fürther Norden muss neu bewertet werden», fordern der Bundestagsabgeordnete Christian Schmidt, die Landtagsabgeordnete Petra Guttenberger und der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Joachim Schmidt, deshalb im Schulterschluss. Die Fürther CSU-Mandatsträger wollen das Thema mit dem Bundesverkehrsministerium und der Bahn «neu aufrollen», wie sie ankündigen.

Zuletzt waren nicht nur Politiker aller Couleur, sondern auch viele Bürger und Landwirte im Fürther Norden auf die Barrikaden gegangen. Sogar ein Aktionsbündnis war aus der Taufe gehoben worden, das sich gegen die Planung der Bahn stemmt. Die Kritiker beklagen, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung der DB, derzufolge der Schwenk mit einem neuen Haltepunkt bei Steinach günstiger sein soll als ein Ausbau entlang der bestehenden Linie, auf völlig überholten Erkenntnissen beruht.

So stützt sich die Expertise noch auf Vorgaben, die von einem längst überholten Gewerbepark der Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen im Knoblauchsland ausgingen. Zudem ist die Besucherfrequenz für das nun stattdessen geplante Fachmarktzentrum um das Möbelhaus Höffner sehr hoch veranschlagt. Viel zu hoch, monieren Gegner des Streckenschwenks.

Auch die führenden CSU-Köpfe sichern dem « breit gefächerten Widerstand» ihre volle Unterstützung zu. Er sehe «derzeit keine Notwendigkeit für eine Realisierung des geplanten S-Bahn-Verschwenks durch das Knoblauchsland», so Christian Schmidt. Ursprüngliche Pläne und Prognosen seien nicht mehr aktuell. Außerdem beurteile er die damit einhergehenden Eingriffe in das Landschaftsbild sowie den Flächenverbrauch kritisch, schließt sich der CSU-Staatssekretär der Linie der SPD-geführten Stadt an.

Diese Position, so Schmidt, habe er bereits dem Bundesminister für Verkehr und der Deutschen Bahn AG gegenüber dargelegt. Er halte es für der Mühe wert, die seit Jahren bestehenden unterschiedlichen Auffassungen zu Gunsten der «geradlinigen» Lösung» entlang der vorhandenen Bahnlinie ad acta zu legen.

Wie berichtet, werden die Berechnungen der Bahn derzeit auch im bayerischen Wirtschaftsministerium geprüft. Dabei sollen laut dem zuständigen Minister Martin Zeil (FDP) Einwände der Stadt Fürth berücksichtigt werden.

Wolfgang Händel

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