Samstag, 21.09.2019

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Senioren sollen im Alter selbstbestimmt leben

Bundestagsabgeordneter Christian Schmidt hält ambulante Wohngemeinschaften für eine gute Idee - 24.08.2019 21:00 Uhr

Erst vor wenigen Wochen gab es in Neustadt/Aisch eine Demonstration gegen den Schritt der AOK, plötzlich die Behandlungspflege ihrer Versicherten in Senioren-Wohngemeinschaften nicht mehr zu bezahlen. © Foto: Nicole Gunkel/FLZ


Dabei geht es um einfache Dinge wie etwa das Verabreichen von Medikamenten, Blutdruckmessungen und das Anziehen von Kompressionsstrümpfen.

Inzwischen hat das Landessozialgericht (LSG) München den betroffenen Bewohnern in Bayern den Rücken gestärkt: Im Streit mit der AOK wies das Gericht die Berufung der Kasse in drei Fällen zurück. WG-Bewohner hatten zuvor gegen die Entscheidung der Kasse geklagt, das Geld nicht mehr zu erstatten.

Die AOK hatte freilich bereits zuvor angekündigt, die strittigen Kosten vorerst weiter zu übernehmen. "Es darf für solche notwendigen Hilfen bei den Schwächsten kein Tauziehen um die Finanzierungstöpfe geben," sagt Schmidt dazu.

Der Parlamentarier hatte bei einem Treffen der Interessengemeinschaft der ambulanten Wohngemeinschaften in den Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Fürth-Land teilgenommen. Seiner Meinung nach ist die Idee von Senioren-Wohngemeinschaften eine gute, da immer mehr Menschen den Wunsch hätten, im Alter möglichst selbstbestimmt zu leben.

Es sei ein Gebot der Menschlichkeit, dass Pflegebedürftige möglichst lange selbstständig und in naher häuslicher Umgebung wohnen können, ohne dabei jedoch auf sich alleine gestellt zu sein.

Neben der notwendigen Pflege stehe dabei die Einbeziehung aller Betreuten in das alltägliche Zusammenleben zunehmend im Vordergrund, ähnlich wie in einer Familie.

Jeder soll gemäß seinen Fähigkeiten mit in den Tagesablauf eingebunden werden. Die Bundesregierung habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Pflege zeitgemäß an die Entwicklungen anzupassen und Überforderung zu vermeiden, so Schmidt. "Wir arbeiten laufend daran, die Umbrüche zu meistern."

Als jüngstes Beispiel verwies er auf das "Angehörigen-Entlastungsgesetz". Es sieht vor, dass Kinder und Eltern nur noch dann für pflegebedürftige Familienmitglieder zahlen müssen, wenn ihr Jahreseinkommen 100 000 Euro übersteigt. Zudem habe man mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz und der Reform der Ausbildung der Pflegeberufe weitere wichtige Bausteine gelegt. 

fn

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