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Dienstag, 23.04.2019

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Siegelsdorfer "Bildungsbahnhof" soll kommen

Fürther Architekturbüro Keim hat den Auftrag, das Schmuckstück aufzupolieren - 10.01.2019 21:00 Uhr

Das markante Bahnhofsgebäude in Siegelsdorf „bleibt momentan hinter seinen Möglichkeiten zurück“, wie es Architekt Hermann Keim formuliert. Die Gemeinde Veitsbronn sieht hier nach der geplanten Sanierung räumliche Perspektiven für die Volkshochschule. © Foto: Tim Händel


Hermann Keim soll es richten. Das gleichnamige Fürther Architekturbüro hat nämlich den Auftrag erhalten, entsprechende Pläne auszuarbeiten. "Das Gebäude bleibt momentan weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Früher war es ein wahres Schmuckstück", sagte Keim, dessen Büro sich auf die Instandsetzung alter Häuser spezialisiert hat, nun im Gemeinderat. Der Glanz früherer Zeiten soll auf diese Weise ein Stück weit zurückgeholt werden.

Besseres Umfeld

Foto: Tim Händel


Weil die Gemeinde mittelfristig Bedarf an Räumen für die Volkshochschule hat, könnten diese im Erdgeschoss geschaffen werden. Aus Platzgründen würde man dazu einen Erweiterungsbau benötigen. Drei Räume könnten hier entstehen: der "Bildungsbahnhof Siegelsdorf". Das wäre auch ein Beitrag zu einem besseren Bahnhofsumfeld, hieß es.

Mit den richtigen Fenstern könnte laut Keim zudem der Lärm durch vorbeifahrende Züge gut minimiert und ein störungsfreier vhs-Unterricht gewährleistet werden. Zudem sei eine Toiletten-Anlage mit separatem behindertengerechtem WC im Erdgeschoss vorgesehen. Die müsste so gebaut sein, dass sie möglichem Vandalismus standhalte.

Ein Wartebereich für Reisende sei ebenfalls einzuplanen. Wie allerdings künftig mit der derzeit im Bahnhofsgebäude untergebrachten Gaststätte umzugehen sein wird, ist noch nicht abschließend geklärt.

Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich aktuell je eine Zwei- sowie eine Vier-Zimmer-Wohnung. In Kürze werden nur noch zwei von ihnen belegt sein. Dadurch wäre es möglich, den verbleibenden Mietern während der Sanierung ihrer bisherigen vier Wände im Gebäude selbst ein Ausweichquartier anzubieten.

"Die Wohnungen sollten behutsam erneuert werden. Man würde hier wenig ändern, aber die Standards an die heutigen Bedürfnisse anpassen", erläuterte der Architekt.

Bei der Untersuchung des Dachstuhls wurde allerdings festgestellt, dass dieser schadstoffbelastet ist. "Man muss das im Auge behalten. Aber ich sehe das nicht superdramatisch", meinte der Planer. Es sei allerdings notwendig, den Dachstuhl noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen und zu lokalisieren, "wo der Dreck drin steckt". Ein Ausbau unter dem Gebälk werde durch die Giftstoffe aber wohl nicht möglich sein.

Andere Nutzung im Gespräch

Peter Lerch (SPD) wollte im Anschluss an die erste Konzept-Präsentation wissen, wer wann beschlossen hätte, dass die Volkshochschule eine neue Heimat im Bahnhofsgebäude finden solle. Denn: "Es war im Gespräch, dass hier möglicherweise Räume für das Zenngrundorchester und den Heimatverein zur Verfügung gestellt werden", erinnerte er sich.

Bürgermeister Marco Kistner (CSU) erklärte daraufhin, der Heimatverein habe bereits signalisiert, an Räumen im Bahnhofsgebäude nicht interessiert zu sein. Das Zenngrundorchester hingegen würde sehr viel höhere Anforderungen an einen akustischen Schutz stellen. Eine endgültige Entscheidung darüber, wer welchen Bereich wie nutzen könnte, ist Kistner zufolge aber noch nicht gefallen.

Einig war man sich schließlich im Gemeinderat darüber, dass das Architekturbüro Keim die Planungen fortsetzen soll — damit die Zuwendung im Rahmen der Städtebauförderung auch in Anspruch genommen werden könne, wie es hieß. 

Nina Daebel

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