So herzerwärmend wünscht ein Chor frohe Weihnachten

23.12.2020, 13:00 Uhr
Rot und blau und immer noch gut drauf: Red’n Blue hat St. Martin in der Hochstraße als Heimspielstätte. Im Jahr der Pandemie jedoch blieben die Damen und Herren still - fast.

Rot und blau und immer noch gut drauf: Red’n Blue hat St. Martin in der Hochstraße als Heimspielstätte. Im Jahr der Pandemie jedoch blieben die Damen und Herren still - fast. © Foto: Jan Wagner

Der Saisonhöhepunkt? Na, ganz klar das Jahresende. Auftritte auf Weihnachtsmärkten, Einsätze bei Advents-Gottesdiensten und zum Fest der dringende Wunsch nach einer kleinen Singpause: In Zeiten jenseits der Pandemie schaut es bei vielen Laienchören so oder so ähnlich aus. Da macht auch Red’n Blue keine Ausnahme.

Der 1997 gegründete Gospelchor, aktuell 44 Damen und Herren stark, ist ein "Kind" der evangelisch-lutherischen Gemeinde St. Martin unweit des Klinikums. Kurzer Rückblick auf 2020: kein Frühlingskonzert, kein Herbstkonzert.

"Schon seit neun Monaten können wir nicht mehr zusammen singen", sagt Chor-Organisatorin Steffi Haagen. Das Repertoire umfasst neben traditionellen Gospels und Spirituals auch Chorbearbeitungen moderner Stücke und Popsongs. Gegen das große Schweigen hatte die Chefin allerdings ein Rezept.

Stark und mutig

Chorleiterin Sarah Jugl packte schon im Sommer Plan B aus. Jugl, die aus Dinkelsbühl stammt und als Musiklehrerin am Gymnasium in Neuendettelsau tätig ist, übernahm das Ensemble im September 2018 aus den Händen von Moritz Metzner und geleitete ihre Schäfchen im Juli 2020 in die digitale Welt; Ergebnis war der selbst komponierte Song "Be strong and courageous!", aufgenommen auf Video.

Stark und mutig - so machte der Chor dieser Tage weiter, das Singfieber packte die coronagebremsten Damen und Herren abermals. Pünktlich zu den Feiertagen ist nun das Video des traditionellen Festliedes "The First Nowell" fertig geworden.

Jugl arrangierte das Lied für vierstimmigen Chor. Clou an der Sache: Für die neue Aufnahme mussten sich die Damen und Herren nicht treffen. Stattdessen wurde jede Stimme einzeln aufgenommen, den Choristinnen und Choristen zum Üben geschickt, und nach fleißigem Studium am heimischen Laptop zückten alle ihr Smartphone und nahmen ihren Einsatz auf. Ton und Video, versteht sich. Den Zusammenschnitt können Fans von Red’n Blue auf der Website des Chores anschauen (www.redn-blue.de).

Als kulturelles Relikt des Jahres 2020 dürften jene Split-Screen-Videos gelten, mit denen weltweit zahlreiche Orchester und Ensembles viral gingen und gehen. Seine "Corona-Chorvideos-Best-of" kürt in schöner Regelmäßigkeit der Deutsche Chorbund - hier gibt es inzwischen, Stand Ende November, zehn Links zu Videos, die besonders oft angeschaut wurden (www.blog-dcv.de).

Englischer Klassiker

"The First Nowell" (Das erste Weihnachtsfest), hierzulande nicht allzu bekannt, ist ein altes englisches Weihnachtslied, zuerst veröffentlicht wurde es 1823 und liegt besonders im angelsächsischen Raum in unzähligen Fassungen vor. Und die Fürther? Von Jugl, die auch am Piano begleitet, stammt das Arrangement, ein herzerwärmender Gruß zur Weihnachtszeit. Und wer genau hinschaut, erkennt: Blinkende Mützen und Chorgesang, das passt prima zusammen.

Nächster geplanter Live-Konzertauftritt von Red’n Blue: Herbst 2021. Traurig, aber wahr.

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