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Donnerstag, 17.10.2019

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So sieht das neue Schliemann aus

Jury entschied sich für einen Entwurf eines Architekturbüros aus Burghausen - 11.10.2019 06:00 Uhr

Von der Ludwigbrücke kommend, würde der Neubau an der Henri-Dunant-Straße diesen Anblick bieten. Im Hintergrund ist das Sozialrathaus zu erkennen. © ama Architekturbüro


Zweimal haben die Jury-Mitglieder des Architektenwettbewerbs die Köpfe zusammengesteckt. Im Juli nahmen sie von 49 Arbeiten 13 in die engere Auswahl. Vorgestern kürten sie dann die vier Preisträger.

Die besten Pläne für einen Schulneubau auf dem Wolfsgruber-Areal lieferte demnach das "ama Architekturbüro" aus Burghausen. Wie fast alle anderen Teilnehmer vermieden es die Oberbayern, den Baukörper ins Landschaftsschutzgebiet ragen zu lassen. Stattdessen schließt er mit vier Geschossen an die Henri-Dunant-Straße an. Zwei der drei schützenswerten Bäume auf dem Gelände, darunter die stattliche Eiche, könnten somit erhalten bleiben.

Die Architekten mussten ebenso das pädagogische Konzept des Gymnasiums berücksichtigen wie die Tatsache, dass die Schülerzahl von aktuell 600 in Zukunft auf bis zu 1050 wachsen soll. Ebenso galt es im Wettbewerb, die "bedeutende Lage am Eingang der Altstadt" zu berücksichtigen.

Laut Siegerentwurf ist das Schulgebäude nicht breiter als das davor liegende Sozialrathaus, was Anwohnern einen unverstellten Blick zum Fluss bewahrt. Mit seiner Klinkerfassade lehnt es sich an das Erscheinungsbild der Wolfsgrubermühle und des BRK-Hauses an. Von der Henri-Dunant-Straße gelangt man direkt in eine neue Tiefgarage, zusätzlich wäre es denkbar, eine Verbindung zur Mühlstraße zu schaffen.

Punkten konnten die Architekten auch mit einem Vorplatz zwischen Sozialrathaus und Schule, der in eine breite "Spanische Treppe" mündet, die in die Talauen führt und auf deren Stufen sich Schüler und Passanten niederlassen könnten. Zwischen Schulgelände und Wolfsgrubermühle, für die bekanntlich Hotelpläne existieren, soll ein neuer Steg über die Pegnitz führen. Zwei Lichthöfe erhellen das Gebäude zusätzlich. Mehrzweckraum sowie Theater- und Konzertsaal blicken Richtung Fluss und würden – entsprechend verglast – die Talauen als Kulisse einbeziehen. Das Dach soll begrünt werden.

"Die Pläne haben uns in vielen Punkten überzeugt", sagt Baureferentin Christine Lippert, "es gab einen großen Konsens." Zur 13-köpfigen Jury gehörten neben ihr unter anderem Bürgermeister Markus Braun, HSG-Direktor Carsten Böckl, ein Schülersprecher sowie, als Fachpreisrichter, mehrere Architekten aus Fürth und der gesamten Republik.

Zu den veranschlagten Kosten für den Neubau machte das Rathaus noch keine Angaben. Im November muss der Stadtrat entscheiden, ob er dem Siegerentwurf – nur er steht zur Abstimmung – grünes Licht erteilt. Erst dann könnten die konkreten Planungen anlaufen. Gebaut, da sind sich die Verantwortlichen sicher, wird nicht vor 2022.

Allerdings gibt es nach wie vor Stimmen in der Politik und in der Schulfamilie, die einen Neubau ablehnen und das Gymnasium am liebsten an seinem alten Standort belassen wollen. Schliemann-Direktor Böckl kämpft indes für einen Neubau, lobt den Entwurf und schwärmt von einer "Schule in der Natur" mit einem "übersichtlichen und nicht verschachtelten Innenleben".

Alle 49 Arbeiten des Architektenwettbewerbs sind bis nächsten Mittwoch in einer Ausstellung in der Stadthalle zu sehen. Die Schau ist täglich, auch an den Wochenenden, von 9 bis 18 Uhr geöffnet und über den Nebeneingang auf Höhe der Tiefgarageneinfahrt zu erreichen.

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