Sonntag, 17.11.2019

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SPD wünscht sich eine Hochzeitsallee für Fürth

Einheimische sollen die Chance haben, zu besonderen Anlässen einen Baum zu pflanzen - 23.10.2019 11:00 Uhr

In Fürth wird oft und gern geheiratet – unser Foto entstand bei einem Junggesellinnen-Abschied im Stadtpark. Eine Hochzeitsallee soll der Liebe „ein Denkmal setzen“. © Hans-Joachim Winckler


Die Stadt Melle im Landkreis Osnabrück hat mehrere Kirchen, Museen, Parkanlagen und obendrein noch eine Freilichtbühne. Klingt fast wie Fürth. Was Melle hat, Fürth aber nicht, ist eine Hochzeitsallee.

In dem niedersächsischen Ort mit seinen 46 000 Einwohnern kamen sie schon im Jahr 2001 auf diese Idee; 2002 wurde geplant und 2003 losgelegt. Seitdem können Paare, die sich dort das Ja-Wort geben, zur steten Erinnerung an ihren Hochzeitstag einen Baum stiften. Einmal im Jahr steigt ein Fest, bei dem die Eheleute das Gewächs im Idealfall gleich selbst einpflanzen.

Was Melle kann, muss in Fürth auch möglich sein, findet die hiesige SPD – und fordert fünf Monate vor der Kommunalwahl: "Fürth soll eine Hochzeitsallee bekommen!" Im entsprechenden Antrag formulieren die Genossen auch, warum: "Um der Liebe zu Fürth, der eigenen Heimat, der Natur und nicht zuletzt natürlich der Liebe zu dem eigenen Partner oder der Partnerin ein lebendiges Denkmal zu setzen."

SPD-Fraktionschef Sepp Körbl lässt nicht unerwähnt, dass Fürth zwar erst vor einem Jahr die einst so traditionsreiche Heiratslotterie zur Michaelis-Kärwa wieder aufleben hat lassen. Trotzdem sei die Zeit reif, zusätzlich eine Hochzeitsallee zu etablieren. Schließlich müsse jede Tradition irgendwann ihren Anfang nehmen.

Der Hochzeitsallee, davon ist
Körbl überzeugt, könne ein ähnlicher Erfolg beschieden sein wie einst und heute auch der Lotterie. Als Vorbilder nennen die Genossen Haltern am See (Nordrhein-Westfalen) und, genau, Melle in Niedersachsen. Die Alleen dort seien bei den Paaren "äußerst begehrt".

Doch so weit muss man gar nicht schauen: In Zirndorf kann man seit 1987 Bäume zur Geburt eines Kindes, aber auch anlässlich einer Hochzeit pflanzen. Die Aktion begann beim ASV-Sportplatz, hat inzwischen 16 Standorte und läuft unter dem Namen "Gärten des Lebens". Weit über 900 Bäume haben die Zirndorfer bereits gespendet.

In Fürth wiederum hat man gute Erfahrungen mit dem Jubiläumshain gesammelt. 2007, zur großen Sause "1000 Jahre Fürth", konnten Einheimische einen Baum stiften, 115 wurden schließlich zwischen dem Ulmenweg und der Pegnitz gepflanzt. Wer ein Schild mit seinem Namen an einem Stamm platziert sehen wollte, musste mindestens 200 Euro hinblättern.

Wie und vor allem wo in Fürth sich eine Hochzeitsallee umsetzen lasse, soll der Stadtrat gemeinsam mit der Verwaltung klären, so die SPD. Ähnlich wie in Zirndorf könnten sich die Genossen auch eine Erweiterung vorstellen. Körbl: "Denkbar ist, dass man zu besonderen Ehejubiläen oder zur Geburt eines Kindes ebenfalls einen Baum stiften kann."

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