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Freitag, 18.10.2019

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Spende der Kiltrunners: Im Altenheim wird jetzt gezockt

Die Spielkonsole soll den Senioren helfen, fit zu bleiben - 15.05.2019 11:00 Uhr

Im Sicher-Sozial-Senioren-Wohnhaus versucht sich eine Seniorin an der Spielaufgabe „Briefträger“, die Reaktionsvermögen und körperliche Beweglichkeit verbessern soll. Die United Kiltrunners (rechts) schauen zu. © Armin Leberzammer


Computerspiele und Spielkonsolen sind längst nicht mehr nur für die junge Generation interessant. Sogar Menschen über 40 zocken gern. Und auch in Alten- und Pflegeheimen hält allmählich die virtuelle Spielewelt Einzug. Gesponsert von den United Kiltrunners und dem Personaldienstleister Hofmann können ab sofort die Bewohner des Sicher-Sozial-Senioren-Wohnhauses an der Foerstermühle am Bildschirm Rekorden hinterherjagen.

Varianten wie "Kegeln" oder "Tischtennis" sind schon in konventionellen Spielkonsolen bekannt. Bei der "Sonntagsfahrt" dagegen begegnen den Spielern auf ihrem – virtuellen – Moped dann aber nicht nur Fahrzeugmodelle aus den fünfziger und sechziger Jahren, die es gekonnt zu umkurven gilt. Auch der Fahrer selbst sieht aus wie gerade einem Peter-Kraus-Film entsprungen.

Gesteuert wird einfach, indem man den Rumpf nach links oder rechts beugt. Alle anderen Spiele werden ebenfalls ohne Kabel und Steuergerät absolviert; Lenkmanöver erfolgen lediglich durch Körperbewegungen.

Beim Spiel "Briefträger" wird darüber hinaus das Reaktionsvermögen gefordert, weil blaue oder gelbe Umschläge in die jeweiligen Briefkästen rechts und links der Straße geworfen werden sollen. Laut dem Hersteller, der Hamburger RetroBrain GmbH, stärkt regelmäßiges Spielen auf diese Weise die geistige Leistungsfähigkeit, die Motorik, Ausdauer und Koordination.

Schulterschluss der Generationen

Den sozial engagierten Kiltrunners – im Stadtgebiet vor allem für ihre Rikschafahrten bestens bekannt – war das noch nicht genug. Sie wollen Jung und Alt zusammenführen und so einen großen Gewinn für beide erzielen, sagt der Vorsitzende der radelnden Schottenröcke, Udo Schick. "Wir werden unser Rikscha-Projekt in enger Kooperation mit den Jugendeinrichtungen der Stadt dafür nutzen, Jugendlichen und Ausbildungsabbrechern zusätzliche Chancen zu geben", so Schick. Eine Ausbildung zum Rikscha-Piloten und Touren mit Senioren könnten als Überbrückung und als Praktikum dienen.

Im Sicher-Sozial-Wohnheim könnte Jung dann Alt zusätzlich beim Einstieg in die virtuelle Spielewelt unterstützen. "Wer sich dabei als engagiert und zuverlässig erweist, den wird Hofmann Personaldienstleistung bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz unterstützen", verspricht Schick. Auch an ein gezieltes Bewerbungscoaching sei gedacht.

Denn dafür gibt es ja bislang noch immer keine passende Spielkonsole . . .

Armin Leberzammer

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