Spenden auf Startnext: Die Crowd will Kneipen retten

Claudia Ziob
Claudia Ziob

Lokalredaktion Fürth

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4.4.2020, 09:20 Uhr
"Das nimmt einige Sorgen": Das Café "Kleine Pause" (das Bild stammt aus der Zeit vor Corona) sammelt erfolgreich Spenden auf der Plattform Startnext.

© Tim Händel "Das nimmt einige Sorgen": Das Café "Kleine Pause" (das Bild stammt aus der Zeit vor Corona) sammelt erfolgreich Spenden auf der Plattform Startnext.

Mehr als 12.000 Euro sind zum Beispiel bereits fürs Fürther Café "Kleine Pause" zusammengekommen. Neben der Filiale in der Fürther Fußgängerzone soll damit auch die in Forchheim gerettet werden.

Wie andere Gastronomen greift das Team in der Corona-Krise nach jedem Strohhalm. "Wir haben das einfach ausprobiert", sagt Mitbetreiber Lukas Mitterreiter (27). Und sie seien schnell baff gewesen: Bereits binnen zwei Tagen wurde ihr eigentliches Ziel von 8000 Euro auf der Crowdfunding-Plattform erreicht. Rasch war es überschritten.


Corona: Nürnberger Kneipen wollen sich mit Crowdfunding retten


Auf zweierlei Weise kann man auf Startnext Gutes tun: über Spenden oder über die sogenannten "Dankeschöns" - das sind besondere Angebote, die man kaufen kann. Das Team vom Café "Kleine Pause" bietet etwa normale Gutscheine an, Gutscheine mit einem kleinen Rabatt, eine "Freundschaftskarte", die dem Besitzer einen ganzjährigen Rabatt verspricht, oder ein Bild an der künftigen "Freundschaftswand" im Café, auf der bald alle Unterstützer verewigt werden sollen. "Man kann sich da ganz individuell was einfallen lassen", sagt Mitterreiter. Zum Beispiel eine Führung hinter den Kulissen.

Das Café Wanderer in Nürnberg, das sich bereits über mehr als 18.000 Euro freuen darf, dankt unter anderem mit T-Shirts, einer Signatur auf einem Bierkrug (sollte der "Krugpate" in Zukunft mal seinen Krug erwischen, geht ein Bier aufs Haus) oder Gitarrenunterricht. Startnext kommt den Betrieben mit einer "Corona-Hilfsaktion", also erleichterten Bedingungen fürs Crowdfunding, entgegen.

Die Berliner Programmkinos setzen ihre Hoffnungen derzeit genauso ins Crowdfunding über die Internetseite wie beispielsweise auch die Augsburger Kulturszene oder manche Boulderhalle. Aus Nürnberg sind neben dem Café Wanderer etwa auch die Mono-Bar (bisher rund 5000 Euro), die Matahari Bar (rund 9000 Euro), die Downtown Bar (rund 5000 Euro), der Club Hinz&Kunz (rund 8000 Euro) und der Club Stereo dabei, der seinen 15. Geburtstag im Herbst noch erleben möchte und derzeit bei mehr als 21.000 Euro steht.

"Mit einem blauen Auge"

Aus Fürth hat sich das Café Portier angemeldet, um "diese schwierige Zeit möglichst mit einem blauen Auge zu überstehen". Aktuell winken mehr als 4000 Euro. Die Kneipe "Boca" hat bisher mehr als 5000 Euro erreicht. 

Noch einen Monat lang läuft die Aktion des Cafés "Kleine Pause"  – so lange können weiter Spenden abgegeben und Gutscheine gekauft werden. Das Geld soll den Großteil der Fixkosten decken. Über Freunde und Social Media hatten Lukas Mitterreiter und sein Team um Unterstützung via "Startnext" geworben. Schnell hat sich ihre Hilferuf so im Netz verbreitet – und viele wollen dafür sorgen, dass die "Kleine Pause" überlebt.

Zusammengekommen sei bisher ein "guter Mix" aus Spenden und Gutscheinen, sagt Mitterreiter. Er nimmt den Betreibern zumindest in diesen Wochen einige Sorgen. Sehr froh sei er darüber. Noch weiß freilich niemand, wie lange die Lokale geschlossen haben müssen. Das Team der "Kleinen Pause" schaut deshalb weiter, was man noch so machen könnte.


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