Spielplatzexperiment im Südstadtpark ist gescheitert

10.3.2016, 21:00 Uhr

© Foto: Hans-Joachim Winckler

Von Anfang an stand die Kreation der Südstadtpark-Architekten Gerd Aufmkolk und Manuela Scheuerer unter keinem guten Stern. Schon ein Jahr nach der Eröffnung mussten die Spielplatzmarkierungen aus im Boden verankerten Figuren nach Zerstörungen wieder entfernt werden. Der bunte Fallschutzbelag bot dem Vandalismus ebenfalls Angriffsfläche. An den Stoßkanten löste er sich aber auch unter normaler Beanspruchung ab. Während der Reparatur musste der Spielbetrieb pausieren.

Wegen akuter Unfallgefahr sperrte die Stadt den Spielplatz an Ostern 2009 erneut komplett ab und zog vor Gericht. Erst im November 2011 konnten die Kinder ihre reparierten Hügel wieder in Besitz nehmen. Seither sinnt man im Grünflächenamt über einen Ausweg aus der Misere nach. Zahlreiche Spielgeräte der Bunten Hügel sind im vergangenen Jahr wegen erheblicher Sicherheitsgefährdung abmontiert worden.

118 000 Euro hätte die Generalsanierung der Spielanlage gekostet. Weil Reparaturen aber schon in der Vergangenheit wenig bewirkt haben, zieht die Stadt nun einen Neubau für 125 000 Euro vor. Darin enthalten sind 45 000 Euro Abrisskosten. Lediglich 32 000 Euro hat die Kommune im jahrelangen Rechtsstreit mit dem Spielplatzhersteller über die Haftungsfrage herausgehandelt. Und ein Großteil dieses Betrags ist bereits für die Gerichts- und Sachverständigenkosten aufgebraucht worden.

Allerdings wurden heuer im Haushalt des städtischen Grünflächenamts 115 000 Euro für die Spielplatzerneuerung eingeplant. Zusammen mit dem Rest der vor Gericht erstrittenen Vergleichssumme reicht es gerade für die Neuanlage. Dazu trägt aber auch das finanzielle Entgegenkommen des Spielgeräteherstellers bei, der im Südstadtpark einen „Referenzspielplatz“ herstellen will.

Nicht ohne Grund ist das Grünflächenamt sehr darauf bedacht, den innovativen Charakter des rund 300 Quadratmeter großen Spielareals zu erhalten. Schließlich droht die Gefahr, dass Zuschüsse für den aus öffentlichen Fördermitteln finanzierten Park (die 100 000 Quadratmeter große Grünanlage kostete immerhin 5,3 Millionen Euro und schlägt jährlich mit rund 300 000 Euro für die Pflege zu Buche) zurückgefordert werden.

Nachdem ein Anbieter mit günstigen Konditionen bereit steht, will der für Neubauprojekte zuständige stellvertretenden Grünflächenamtsleiter Ernst Bergmann den neuen Spielplatz noch vor den Sommerferien eröffnen. Bestückt werden soll er mit acht Spielgeräten. Sie können die kindliche Fantasie beflügeln, aber auch dem Bewegungsdrang Rechnung tragen. Erreicht wird das mit Balanciergeräten, Drehspielen, einer „magischen Hecke“ und einem „Minischloss“.

Zielgruppe sind kleinere Kinder. Für die Älteren gibt es schließlich an der Fronmüllerstraße einen Skate-Parcours samt Basketball-Platz und Kletterwänden. Und auch die Rasenfläche ist eine beliebte Spielwiese.

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