Stadion-Investor verlangt eigene Fläche im Ronhof

16.4.2013, 11:00 Uhr
„Man ist sich etwas fremder geworden“: Thomas Sommer (re.), hier zusammen mit OB Thomas Jung, Ronhof-Eigner Conny Brandstätter und Vereinschef Helmut Hack (v.l.), will immer noch investieren, aber nicht um jeden Preis.

„Man ist sich etwas fremder geworden“: Thomas Sommer (re.), hier zusammen mit OB Thomas Jung, Ronhof-Eigner Conny Brandstätter und Vereinschef Helmut Hack (v.l.), will immer noch investieren, aber nicht um jeden Preis. © Zink

„Ich baue nicht auf eine Fläche, die mir nicht gehört“, sagte Thomas Sommer am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. Der Fürther, der mit der Vermietung von Gewerbeimmobilien reich wurde, verlangt, dass der Teil des rund 70000 Quadratmeter großen Stadiongeländes, auf dem die neue Haupttribüne entstehen soll, an ihn abgetreten wird. Dabei handelt es sich voraussichtlich um rund 4000 Quadratmeter auf der Ostseite der Arena, wo jetzt noch die Gegengerade existiert.

Eigentümer der prominenten Liegenschaft am Laubenweg ist der Immobilienverwalter Conny Brandstätter, Sohn von Playmobil-Eigentümer Horst Brandstätter.  Brandstätter junior den Pachtvertrag mit der Stadt und der SpVgg Ende vergangenen Jahres völlig überraschend bis 2040 verlängert. Vorher hatte zwischen dem Fußballklub und Brandstätter in dieser Angelegenheit jahrelang Funkstille geherrscht.

Im Zuge der Pachtverlängerung löste Brandstätter am nördlichen Rand der Gesamtfläche etwa 5000 Quadratmeter heraus, auf denen bis Ende 2014 ein Supermarkt aus dem Boden gestampft werden soll. Von weiteren Abspaltungen hält der Eigentümer nichts. „Das Grundstück zu zerreißen, macht momentan keinen Sinn.“ Bleibt Brandstätter bei dieser Haltung und findet sich keine andere Lösung, ist die Zusammenarbeit von Sommer und der SpVgg wohl am Ende, bevor sie richtig begonnen hat.

Der 47-jährige Geschäftsmann, der seit drei Jahren eine Loge im Ronhof besitzt, wollte bereits das neue Stadion in der Südstadt finanzieren. Das 40-Millionen-Projekt wurde zunächst von Wiesenbrütern verzögert und nach Verlängerung der Ronhof-Pacht völlig abgeblasen. Seitdem, so Sommer, sei der Kontakt zwischen ihm und SpVgg-Präsident Helmut Hack nicht mehr ganz so eng wie vorher. „Das Verhältnis ist zwar nicht schlecht, aber man ist sich etwas fremder geworden.“ Sommer sagt, er wisse momentan selbst nicht, was die SpVgg genau plant.

„Zu viele Unstimmigkeiten“

Unlängst hat Präsident Hack gegenüber den Fürther Nachrichten erklärt, dass der Umbau des Ronhofs nicht mehr in diesem Jahr, sondern frühesten 2014 begonnen werden könne. Der etwa drei Millionen teure Ausbau des Nachwuchsleistungszentrums habe Vorrang. Diese Aussage kam selbst für Insider überraschend. Bis dahin durfte man davon ausgehen, dass in dem trotz diverser Umgestaltungen und Erweiterungen immer noch nur teilsanierten Ronhof unverzüglich zur Tat geschritten wird.

Jetzt scheint vieles im Unklaren zu sein. Thomas Sommer sagt, er stehe „unter gewissen Voraussetzungen“ nach wie vor bereit, macht aber keinen Hehl daraus, dass ihn das Bild, das die SpVgg in dieser Saison abgibt, zuweilen irritiert. „Da gibt es zu viele Unstimmigkeiten.“

Beispielsweise liegt der Verein nach wie vor mit dem Fruchtgummi-Produzenten Trolli, dem Namensgeber des Stadions, im Clinch. Firmenchef Herbert Mederer kündigte an, er werde keinen Fuß mehr in den Ronhof setzen, so lange Hack beim Kleeblatt das Sagen hat. Ursache des inzwischen mit juristischen Mitteln ausgetragenen Streits ist die Tatsache, dass Mederer erst im Nachhinein von der Pachtverlängerung mit Brandstätter erfahren haben will. Angeblich hat Mederer seine Zahlungen an die SpVgg in Höhe von jährlich 600000 Euro bereits eingestellt. Mederer selbst war am Montag telefonisch nicht zu erreichen.

Investor Sommer meint: „Nicht nur rein sportlich und bei Spielertransfers, sondern auch in der Geschäftsleitung, in der Personalführung und in der Außendarstellung ist da manches nicht gut gelaufen.“ Sein Fazit: „Daran muss gearbeitet werden.“

 

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